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	<title>till we *) &#187; Digitales Leben</title>
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	<description>Blog von Till Westermayer – seit 2002</description>
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		<title>Photo of the week: Black mirror</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 11:08:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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&#160;
Allgegenwärtige Bildschirme als düstere Zauberspiegel - die titelgebende Metapher der britischen Fernsehserie "Black Mirror" (Youtube-Suche) ist eine, der ich einiges abgewinnen kann. Der - bisher? - leider nur aus drei Folgen bestehenden Serie übrigens auch - und das, obwohl ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="foto"><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/6574674975/" title="Black mirror by tillwe, on Flickr"><img src="http://farm8.staticflickr.com/7141/6574674975_5b47f2cb62.jpg" width="500" height="333" alt="Black mirror"></a></div>
<p>&nbsp;<br />
Allgegenwärtige Bildschirme als düstere Zauberspiegel &#8211; die titelgebende Metapher der britischen Fernsehserie <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Black_Mirror_(TV_series)">&#0187;Black Mirror&#0171;</a> (<a href="http://www.youtube.com/results?search_query=black+mirror">Youtube-Suche</a>) ist eine, der ich einiges abgewinnen kann. Der &#8211; bisher? &#8211; leider nur aus drei Folgen bestehenden Serie übrigens auch &#8211; und das, obwohl ich mit Fernsehen sonst nicht viel am Hut habe.</p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3389&amp;ts=1328390031" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3389&amp;md5=78f1fa8cff5eccd53c2770e176352e40" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>In der Buchhandlung</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 17:53:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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Seit fast einem Jahr war da noch dieser Gutschein über 25 Euro, den ich geschenkt bekommen hatte, und den ich in der großen Buchhandlung hier vor Ort einlösen konnte. 

Eigentlich eine gute Sache, so ein Gutschein: Ich lese ziemlich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/317823613/" title="Books I by tillwe, on Flickr"><img src="http://farm1.staticflickr.com/143/317823613_55e227f801_z.jpg" width="640" height="426" alt="Books I"></a></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/fc1f44263e124562b54eb527ff0a10ad" width="1" height="1" alt="" align="right">Seit fast einem Jahr war da noch dieser Gutschein über 25 Euro, den ich geschenkt bekommen hatte, und den ich in der großen Buchhandlung hier vor Ort einlösen konnte. </p>
<p>Eigentlich eine gute Sache, so ein Gutschein: Ich lese ziemlich viel; die letzten Bücher, die ich zur Unterhaltung gelesen habe, können <a href="http://www.librarything.com/catalog/tillwe">hier besichtigt werden</a>. Dann habe ich &#8211; darauf werde ich gleich noch zurückkommen &#8211; manchmal ziemlich spezielle Vorstellungen davon, was ich gerne lese. Insofern: Gute Idee, einen Gutschein statt ein Buch zu verschenken, das mir vielleicht letztlich doch nicht gefallen hätte.</p>
<p>Dass der Gutschein noch immer uneingelöst von mir hierher und dorther geschleppt wurde, hatte wohl etwas damit zu tun, dass ich seltener in die Innenstadt kam. Aber, das muss ich zugeben, die Tatsache, dass ich den ganz überwiegenden Teil meiner Bucheinkäufe seit einigen Jahren über ein großes Internetversandhandelsunternehmen abwickle &#8211; auch diese Tatsache wird dazu beigetragen haben, dass der Gutschein so lange uneingelöst blieb. Kurzum: Erst heute hatte ich die Zeit und die Muße, mich in die große Buchhandlung im Stadtzentrum zu begeben, um das Geschenk endlich aus dem Virtuellen ins Reale zu verwandeln.</p>
<p><span id="more-3366"></span>Zuletzt hatte ich die Buchhandlung vor gut einem halben Jahr betreten, wenn ich mich richtig erinnere. Damals war ich in groer Eile und wollte schnell noch ein Bilderbuch kaufen. Heute jedoch hatte ich Zeit. Vielleicht ist mir manches deswegen erst so richtig aufgefallen.</p>
<p>Sprach ich von einer Buchhandlung? So ganz sicher bin ich mir nicht, ob <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buch">Buch</a> eigentlich noch der richtige Begriff ist. Im Eingangsbereich wird &#0187;Mitnehmware&#0171; feilgeboten: die besten Bücher, insofern Bestenlistenplätze darüber etwas aussagen, ebenso zu verramschbare Bildbände. Es gibt dort ausgewählte DVDs, Postkarten und Dekorationselemente. Freiburg-Souveniers a la carte. Und aufgrund des Jahreswechsels ein paar Kalender. (Dummerweise hatte ich den diesjährigen Wandkalender schon bestellt &#8211; sonst wäre das ja eine Idee gewesen, was ich mit diesem Gutschein anfangen hätte können!). Der Versuch, im Untergeschoß ein Cafe zu betreiben, wurde inzwischen wieder eingestellt. Das Cafe ist nun einer Spezialabteilung für Noten, Musik &#8211; Klassik-CDs und DVDs &#8211;, Kunstbände und eben &#8211; zumindest zum Jahreswechsel &#8211; Kalender gewichen. Dort gab es auch weitere buchähnliche Gegenstände: Tagebücher, Skizzenbücher und Kritzelbücher.</p>
<p>Ich schlenderte also durch die Buchhandlung, und sah mir dies und das an. Vielleicht muss ich an dieser Stelle noch etwas zu meinen Lesegewohnheiten sagen. Was lese ich? In Buchform vor allem zweierlei: Auf der einen Seite stehen (umwelt-)soziologische Fachbücher und -zeitschriften, mit denen ich aber meist eher steinbruchartig umgehe (keine Sorge: ich lasse die materiellen Bücher ganz!). Auf der anderen Seite das, was ich zur Unterhaltung lese. Zu mindestens 90 Prozent sind das englischsprachige Science-Fiction- und Fantasy-Romane, wobei wiederum der größte Teil davon von einer Handvoll AutorInnen geschrieben wurde. AutorInnen, bei denen ich die Erfahrung gemacht habe, dass sie einen gewissen literarischen Anspruch haben und Science Fiction und Fantasy als &#0187;Ideenliteratur&#0171; schreiben können. Klassisch ist hier sicherlich Ursula K. Le Guin, aber auch Charles Stross, Iain Banks, Ken MacLeod, C.J. Cherryh, Kim Stanley Robinson, Terry Prattchet, Neal Stephenson und Elizabeth Bear zählen &#8211; ohne jetzt eine vollständige Liste aufschreiben zu wollen &#8211; zu den AutorInnen, von denen ich sehr viel lese, zum Teil so gut wie alles gelesen habe, was diese geschrieben haben.  </p>
<p>Und dann gibt es ab und zu noch das eine Coffee-Table-Book oder andere Belletristik. Hin und wieder lasse ich mich dazu verleiten, populärwissenschaftliche Manifeste &#8211; Zeitdiagnosen, Welterklärungen, Autobiographien etc. &#8211; zu kaufen. Die Grenzen zu den wissenschaflichen Fachbüchern sind da fließend.</p>
<p>Ganz überwiegend lese ich diese Bücher noch auf Papier; inzwischen habe ich ein paar eBooks erworben und ein paar andere gefunden. Ich habe kein grundsätzliches Missfallen daran, finde es aber manchmal praktischer, sich ohne Gedanken an Akkuladestand und Stromverbrauch mit einem Buch irgendwo hinsetzen oder hinlegen zu können. Und dann mag ich meine Bücher durchaus gerne um mich haben &#8211; vielleicht auch als Statement der Selbstdefinition.</p>
<p>Ich könnte jetzt noch etwas über Filme und über Musik schreiben. Da ist es &#8211; insbesondere bei Filmen &#8211; inzwischen ähnlich, dass ich vieles nicht so gerne mag. (Und außerdem gibt es vieles, was ich lieber lese, als es mir anzuhören/anzuschauen &#8211; gerade bei &#0187;Sachthemen&#0171; mag das etwas damit zu tun haben, dass mir das lineare Format von Audio- und Video oft zu anstrengend ist; selbst bei Podcasts oder nicht inszenierten YouTube-Videos habe ich da so meine Schwierigkeiten).</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/2767967350/" title="Book watch by tillwe, on Flickr"><img src="http://farm4.staticflickr.com/3219/2767967350_9225d59c10_z.jpg" width="640" height="426" alt="Book watch"></a></p>
<p>Aber zurück zu mir, wie ich durch die Buchhandlung mit all ihren buchartigen Dingen schlendere. Was es zusätzlich zu meinen Lesebedingungen erschwert, meinen Gutschein einzulösen, ist das &#0187;Es soll ja ein Geschenk sein&#0171;-Gefühl. Also, eines für mich selbst. Und dann kann es ja nichts sein, was ich mir eh kaufen würde. Nachvollziehbar?</p>
<p>Länger bleibe ich bei den Kunst- und Designbüchern stehen. Da sind einige dabei, die mich interessieren würden. Vielleicht ein Kompendium des Alltagsdesigns der letzten 150 Jahre? Oder ein Bildband mit Fotografien? Die meisten davon haben aber &#8211; ganz typisch für Kunst- und Designbücher jenseits der Ramschkategorie &#8211; eher museale Preise, die sich nicht mit meinem Gutschein vertragen wollen.  </p>
<p>Ich entschließe mich, zunächst weiter durch die Buchhandlung zu schlendern. Das Erdgeschoß ist zweigeteilt. Der eine Teil ist als modernes Kuriositätenkabinett gestaltet. Über die Bestenlisten und aufwändig präsentieren Neuheiten &#8211; es gibt übrigens viel zu viele Bücher (im Jahr erscheinen <a href="http://www.badische-zeitung.de/literatur-1/97-000-neue-buecher-pro-jahr--3011179.html">fast 100.000 neue Bücher</a> allein in Deutschland) &#8211; geht es in die Belletristikabteilung. Dort gibt es Hörbücher, Esoterik, Buchzubehör, Geschenkbücher, Romane, historische Romane, klassische Romane und Bestseller. </p>
<p>Eigentlich wollte ich ja was anderes kaufen als sonst, trotzdem schaue ich mal nach Science Fiction. Das deutschsprachige Angebot mag mich wie schon seit Jahren nicht überzeugen. Es gibt drei Regale: Science Fiction, Fantasy und &#0187;Romantic Fantasy&#0171;. Science Fiction besteht aus einigen Klassikern (Lem/Bardbury/Dick), schlechten Übersetzungen von Romanen, die ich auf Englisch längst gelesen habe, textlichem Zubehör zu Computerspielen und Serienuniversen sowie einigen wenigen deutschsprachigen Orignalen, die mich aber allein schon von der Gestaltung her eher abschrecken (oder bei denen ich mir ziemlich genau vorstellen kann, welches Werk der Autor oder die Autorin zuletzt gelesen und als Anregung verwendet hat). </p>
<p>Bei Fantasy ist es ähnlich, neben Übersetzungen gibt es reihenweise Tolkienklone. Und dann neuerdings ein ganzes Regal voller in unglückliche Teenager verliebter Vampire. Auch nicht meines.</p>
<p>Zwei weitere Regale &#8211; nicht SF, sondern insgesamt! &#8211; werden von englischsprachigen Texten ausgefüllt. Auch hier überwiegen langjährige Bestseller, wie sie in jeder etwas besser sortierten Bahnhofsbuchhandlung zu finden sind. Und außerdem wollte ich ja mal was anderes lesen.</p>
<p>Mein Gesamteindruck aus der Belletristik-Abteilung: Da steht vieles, was vielem, was schon da ist, ähnelt &#8211; bis hin zur Ikonographie der Einbandgestaltung. Die eigentlich durchgängig wenig bibliophil ist, schade eigentlich.</p>
<p>Vielleicht ein politisches Buch? Guttenberg, Sarrazin, Wulff und Epigonen &#8211; muss das verkauft und vermarktet werden? Wirklich? Und überhaupt: Gesellschaftsdiagnosen jedweder Art gibt es wie Sand am Meer. Die lese ich dann doch lieber in pointierten Blogbeiträgen,  in Zeitungen und Zeitschriften, aber bitte nicht als auf Buchlänge ausgewälzten Talkshow-Erguß. Diskursmüll. </p>
<p>Wer kein Manifest schreibt, und keine große Diagnose abgeben will, nimmt das Ratgeberformat, das ebenso beliebt ist. Wer kauft das eigentlich? Und was machen die, die das kaufen, damit?</p>
<p>Bei der Gelegenheit konnte ich, nebenbei gesagt, einmal einen Blick in das GRÜNEN-Buch aus der ZEIT werfen. Und habe festgestellt, dass das, was als Magazin gut funktioniert hat, nämlich eine mal witzige, mal geistreiche, mal politische Auseinandersetzung mit der grünen Partei, ihren AkteurInnen und ihrer Geschichte, ein fast 30 Euro teures Buch nicht wirklich trägt. Muss nicht sein. </p>
<p>Eine Treppe höher gibt es Reiseführer, Computerbücher, Digitalfotografierbücher, Lexika, Kinderbücher, Spielzeug, Hörbücher, eBook-Reader, eBook-Reader-Zubehör, Software, Computerspiele und DVDs. Ach ja &#8211; und der zweite Teil der Manifeste. Ein ganzer Tisch ist Steve Jobs gewidmet. Die Idee, über &#0187;ein halbes Jahr ohne Handy&#0171; zu schreiben, hatten auch gleich mehrere. Die digitale Zukunft wird &#8211; seit mehr als einem Jahrzehnt &#8211; ausgewalzt, kritisiert, definiert und dezidiert befürwortet und/oder abgelehnt; dieses Jahr mit den Akzenten Postprivacy, Urheberrecht, Arbeit und Technologie. Nicht dumm, aber ebenfalls etwas, das ich lieber online lese, als dafür noch ein Buch zu kaufen (ein paar solche aus den letzten Jahren stehen schon hier). </p>
<p>Ein Stockwerk weiter oben stehen dann Fachbücher. Aber da habe ich grade auch keinen Bedarf für. Letztlich bleibe ich bei den DVDs stehen. Viele Filme kenne ich &#8211; einige der &#0187;Klassiker des deutschen Films&#0171; habe ich also tatsächlich im Kino gesehen. Andere würde ich mir eher mal auf YouTube anschauen, gerade mit dem Smartphone funktioniert das ganz gut.</p>
<p>Der Gang durch die Buchhandlung lässt mich mit einem etwas seltsamen Gefühl zurück. Dass eine Buchhandlung auch DVDs, Computerspiele und Merchandising verkauft, kann ich ökonomisch nachvollziehen. Ebenso wie die Tatsache, dass extrem viel Fläche dafür verbraucht wird, die immergleichen Inkarnationen der Manifeste und Bestsellertophits zu präsentieren. Mich schreckt das eher ab, aber vermutlich bin ich da die Ausnahme, und nicht der ökonomische Normalfall.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/75684680/" title="Shelf the cat IV by tillwe, on Flickr"><img src="http://farm1.staticflickr.com/9/75684680_b0e8a2ee06_z.jpg" width="640" height="425" alt="Shelf the cat IV"></a></p>
<p>Die Idee, in einer Buchhandlung spannende Bücher entdecken zu können, also vorgefilterte Zufallsbegegnungen zu ermöglichen &#8211; die hat diese große Buchhandlung im Zentrum der Stadt für mich nicht erfüllt. Zugegeben: Ich habe auch nicht gefragt. Ich hatte aber auch nicht das Gefühl, dass mir geholfen hätte werden können. Vielleicht, weil meine Ansprüche zu speziell sind. Vielleicht, weil das Angebot neben den Bestsellertophits und deren Klonen zu klein oder dann in anderer Hinsicht speziell ist (Reiseführer, Ratgeber, Romantisches &#8211; alles Spezialisierungen, die mich nicht interessieren). Vielleicht gibt es zu viele Bücher, um in einer großen Buchhandlung alles, was potenzielle KundInnen ansprechen könnte, vorzuhalten. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur verwöhnt davon, dass das Stöbern in den auf meinen bisherigen Käufen beruhenden Empfehlungen des Internetversandhandels gewöhnlich eher Bücher, die ich ebenfalls gerne lesen will, zu Tage fördert &#8211; das ist dann mehr vom Gleichen, aber dafür ein Mehr, von dem ich weiß, dass es mich unterhalten wird, oder dass es meine Neugierde anstacheln wird. </p>
<p>Wie komme ich zu neuen Büchern? Inzwischen entweder über diese Empfehlungen, darüber, dass ich schaue, ob die AutorInnen, die ich gerne lese, etwas neues geschrieben haben &#8211; oder darüber, dass in Blogkommentaren oder auf Twitter auf Bücher hingewiesen wird, die für mich interessant klingen. Das sammelt sich dann auf meinem <a href="http://www.amazon.de/registry/wishlist/1L7035ODQLVRT">Wunschzettel</a>.</p>
<p>Die große Buchhandlung kann das nicht. Das ist ein Effekt der Internetversandhandelslogistik, der dortigen Algorithmen, aber vielleicht auch ein Effekt einer aus dem Takt laufenden gesellschaftlichen Synchronisierung: Die großen Diskurstexte muss niemand mehr gelesen haben, um darüber mitreden zu können. Und die Diskursereignisse der Teilöffentlichkeiten driften auseinander und suchen ihre spezialisierten Nischen.</p>
<p>Ich befürchte, dass der große Veränderungsprozess der Buchhandlungen erst begonnen hat. Bestseller vorhalten kann auch die Buchabteilung im Kaufhaus. Bücher bestellen kann inzwischen jede und jeder genauso schnell und einfach wie die Buchhandlung mit ihrem vormaligen Libri/KNO-Monopolzugriff. Buchhandlungen als Event-Orte im Einkaufserlebnis, wie Bäckereicafes das heute schon sein wollen? Oder hochspezialisierte Nischenbuchhandlungen für bestimmte social communities? Hätte ich vielleicht im Laden mein Smartphone zücken müssen, um aus der großen Buchhandlung die personalisierte Buchhandlung zu machen? Oder doch ein Ende mit Schrecken und ein Neuanfang im Netz?</p>
<p>Übrigens: Geschenkt habe ich mir letztlich eine seltsame Mischung &#8211; die DVD zu <i>Avatar</i>, weil ich den Film mal sehen will, und <i>Baudolino</i> von Umberto Eco, also so etwas wie Literatur von dem vor kurzen 80 Jahre alt gewordenen Professor; letzteres, weil ich einige Romane Ecos gelesen habe, ich dieses Buch noch nicht kannte und die ersten paar Seiten vielversprechend aussahen.</p>
<p><i>Warum blogge ich das? Um herauszufinden, warum mir die große Buchhandlung so seltsam fremd vorkam.</i></p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3366&amp;ts=1328390031" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3366&amp;md5=45006bce83daca246969bc086159dda3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>In eigener Sache: Leistungsbilanz 2011</title>
		<link>http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/12/27/in-eigener-sache-leistungsbilanz-2011/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 09:14:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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Jahresrückblickzeit. Ich blicke zurück und stelle fest, dass ich 2011 in meinem eigenen Blog 156 Beiträge (davon 50 "Fotos der Woche" und 18 Kapitel der erst 2012 fortgesetzten SF-Geschichte "Brandung") gepostet habe, dazu kommt dann noch vierzig mal Grünzeug ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/6574673887/" title="Winter canopy by tillwe, on Flickr"><img src="http://farm8.staticflickr.com/7164/6574673887_b244fc2a57_z.jpg" width="640" height="427" alt="Winter canopy"></a></p>
<p>Jahresrückblickzeit. Ich blicke zurück und stelle fest, dass ich 2011 in meinem eigenen Blog <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011">156 Beiträge</a> (davon 50 &#0187;Fotos der Woche&#0171; und 18 Kapitel der erst 2012 fortgesetzten SF-Geschichte &#0187;Brandung&#0171;) gepostet habe, dazu kommt dann noch <a href="http://blog.gruene-bw.de/category/kolumne/gruenzeug-am-mittwoch/">vierzig mal Grünzeug am Mittwoch</a> im Blog der baden-württembergischen Grünen. </p>
<p>Und auf der LeserInnen-Seite? Im Jahr 2011 wurden bisher knapp 40.000 Artikelabrufe (laut Sitestats) registriert, wobei die Zugriffe seit etwa der Jahresmitte deutlich nachgelassen haben (hat was damit zu tun, dass im Blog weniger passiert, weil ich andere Aufgaben habe, und weil der Frühjahrswahlkampf vorbei ist &#8211; aber vielleicht auch mit dem Medienwechsel im Web 2.0). Apropos Frühjahrswahlkampf: Im März, dem Landtagswahlmonat (und dem Fukushima-Monat), gab es fast 9.000 Abrufen &#8211; deutlich mehr als in allen anderen Monaten im Jahr 2011. Insgesamt allerdings sieht die Jahresbilanz hinsichtlich der Abrufe gar nicht so unähnlich aus wie im Jahr 2010, auch wenn mein Gefühl ein anderes ist.</p>
<p>Die meisten Flattr-Klicks in meinem Blog im Jahr 2011 (nämlich großartige fünf) bekam ein Text über <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/02/17/logiken-des-promovierens-oder-senf-zu-guttenberg/">Guttenberg</a>. Der mit 111 Kommentaren meistkommentierte Artikel war einer, in dem ich mich mit dem <a href="blog.till-westermayer.de/index.php/2011/03/06/uber-nervende-unstetigkeiten-des-wahlsystems/">Landtagswahlsystem und den Piraten</a> auseiandergesetzt habe &#8211; wie es generell eine erfolgreiche Strategie zur Traffic-Generierung ist, sich mit der Piratenpartei <strike>anzulegen</strike> kritisch auseinanderzusetzen. Das zeigt sich daran, dass neben dem meistkommentierten (und meistgelesenen) Artikel auch der auf Platz zwei (<a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/05/22/piraten-drei-satze-anlasslich-des-wahlausgangs-in-bremen/">Piraten! Drei Sätze anlässlich des Wahlausgangs in Bremen</a>) dieses Thema hat. Der auf Platz drei ist dann ein <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/03/24/wie-die-wahl-in-baden-wurttemberg-ausgehen-kann/">Blick in die Kristallkugel</a> vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg.</p>
<p>Und meine eigenen Lieblingsartikel? Ich habe mal für jeden Monat einen rausgesucht:</p>
<ul>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/01">Januar:</a> <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/01/12/der-fortschritt-der-spd-eine-exegese/">&#0187;Der Fortschritt der SPD &#8211; eine Exegese&#0171;</a>, eine kritische Auseinandersetzung mit dem &#0187;neuen Fortschritt&#0171; der SPD, der letztlich weder neu noch fortschrittlich ist.</li>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/02">Februar:</a> <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/02/07/kurz-tagungsband-zur-ngu-tagung-2010-erschienen/">&#0187;Kurz: Tagungsband zur NGU-Tagung 2010 erschienen&#0171;</a> &#8211; eigentlich nur der Hinweis darauf, dass es diesen Tagungsband jetzt gibt, und damit eigentlich kein nennenswert großartiger Blogartikel. Aber weil der Tagungsband (und mein Aufsatz dort drinnen) weiterhin empfehlenswert ist &#8230;</li>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/03">März:</a> Trotz vieler Artikel zur Landtagswahl und zum Atomausstieg möchte ich doch einen Artikel mit einem ganz anderen Thema auswählen, nämlich <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/03/02/in-der-hardware-verborgene-ratlosigkeit/">&#0187;In der Hardware verborgene Ratlosigkeit&#0171;</a>, einen Text über Mobiltelefone und die unsichtbaren Ketten dahinter.</li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/04">April:</a> <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/04/13/kurz-baden-wurttemberg-nach-der-wahl/">&#0187;Kurz: Baden-Württemberg nach der Wahl&#0171;</a> ist schon wieder kein Artikel im eigentlichen Sinn, sondern ein Hinweis auf drei Texte von mir im Grünzeug am Mittwoch, die sich mit dem Wahlausgang und den Koalitionsverhandlungen befassen.</li>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/05">Mai:</a> Aus einer ganzen Reihe von Kandidaten wähle ich <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/05/10/nachdenken-uber-nachhaltigen-konsum/">&#0187;Nachdenken über nachhaltigen Konsum&#0171;</a> (auch wenn mein Abstract für die Konferenz, um die es im Artikel geht, letztlich nicht angenommen wurde).</li>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/06">Juni:</a> Im Juni habe ich was über das Politcamp geschrieben: <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/06/07/antworten-auf-das-politcamp-2011">&#0187;Antworten* auf das Politcamp 2011&#8243;</a> &#8211; finde das auch ein halbes Jahr später noch ganz gut.</li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/07">Juli:</a> <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/07/15/unsere-tagliche-misstrauenskultur-gib-uns-heute/">&#0187;Unsere tägliche Misstrauenskultur gib uns heute&#0171;</a>, ein kurzes Stück über (begründetes) Misstrauen und die Utopie der Naivität.</li>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/08">August:</a> Im August war ich so unvorsichtig, eine SF-Fortsetzungsgeschichte anzufangen &#8211; hier das erste Kapitel <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/08/14/brandung-1/">&#0187;Brandung (1)&#0171;</a>.</li>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/09">September:</a> <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/09/25/fragen-dazu-was-ein-parlamentarischer-berater-so-macht/">&#0187;Fragen dazu, was ein parlamentarischer Berater so macht?&#0171;</a> (oder: mein neuer Job!).</li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/10">Oktober:</a> Über meine Erfahrungen mit dem Informationsfreiheitsgesetz habe ich unter dem Titel <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/10/18/ihr-antrag-ist-zulassig-aber-unbegrundet/">&#0187;Ihr Antrag ist zulässig, aber unbegründet&#0171;</a> geschrieben.</li>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/11">November:</a> Nachdem sich in diesem Jahr bei mir auch persönlich einiges getan hat, habe ich meinen Mut zusammengenommen und darüber geschrieben: <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/11/06/interessante-zeiten-oder-die-trennung/">&#0187;Interessante Zeiten, oder: die Trennung&#0171;</a>.</li>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/12">Dezember:</a> Ich könnte jetzt ganz rekursiv auf diesen Artikel selbst verweisen, aber ich nehm lieber drei Geschichten über <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/12/18/nervende-kinder-nervende-eltern/">&#0187;Nervende Kinder, nervende Eltern&#0171;</a>.</li>
</ul>
<p>Puh! Das also war mein Jahr 2011 in Blogposts. Und ihr so?</p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3339&amp;ts=1328390031" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3339&amp;md5=8f617cbe02ee3bc23fad11e284c5264a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zukunfts-Apps</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 23:19:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zukunft ist da, sie ist nur ungleich verteilt &#8211; so ungefähr hat der Autor William Gibson das mal ausgedrückt. Und auch wenn das Zitat schon ein paar Jahre alt ist, hat er immer noch und umso mehr recht. (Nebenbei: <a href="http://netzpolitik.org/2011/fliegende-autos-gibt-es-erst-2077/">Netzpolitik.org</a> weist darauf hin, dass darüber abgestimmt werden kann, welche Teil der Zukunft wann (und wo?) auftauchen sollen &#8230;). Bei mir ist mit meinem neuen Smartphone (ich hatte darüber berichtet &#8230;) ein gehöriges Stück Zukunft angekommen. Die Kombination aus orts- und bewegungssensiblem Gerät, Videokamera und schnellem Prozessor macht in der Tat einige Dinge möglich, die sich noch sehr nach Science Fiction anfühlen. </p>
<p>Und ich rede dabei jetzt nicht über Internet, Fernsehen und Landkarten &#0187;in der Hand&#0171;, sondern über Apps, die Mobiltelefon und Umgebung verknüpfen. Dass das ein großer Trend ist, war mir theoretisch klar &#8211; samt schöner Stichworte wie &#0187;Augmented Reality&#0171; oder &#0187;ubiquitous computing&#0171;. Aber es fühlt sich halt, wenn diese Dinge in der Hand liegen, doch noch einmal ganz anders an.</p>
<p>Drei (kostenlose, d.h. zumeist werbefinanzierte) Beispiele für solche Zukunfts-Apps:</p>
<p>1. <a href="https://market.android.com/details?id=diesel.peko.geogoggle"><b>GeoGoogle</b></a> ist ein Tool, das die Magnetdaten, GPS-Daten und Neigungsdaten des Handys auswertet und über eine Liveaufnahme der Umgebung drüberlegt. Kurz: GeoGoogle macht Himmelsrichtungen und geographische Koordinaten interaktiv sichtbar und blendet diese in die Welt ein. (Ähnlich übrigens auch der Navi-Modus von Google Maps)</p>
<p>2. <a href="https://market.android.com/details?id=Piano.Reality"><b>Augmented Piano Reality</b></a> ist eher eine Spielerei, zeigt aber als Konzept, was noch möglich ist. Eine auf Papier aufgemalte Klaviatur wird von der Kamera des Smartphones aufgenommen, und nachdem dieses einigermaßen fixiert ist, und das Papier richtig liegt, klappt dann das kleine Wunder: Die aufgemalten Tasten lassen sich spielen &#8211; automagisch ertönt die entsprechende Note.</p>
<p>3. <a href="https://market.android.com/details?id=de.barcoo.android"><b>barcoo</b></a> ist ein Barcode-Scanner. Davon gibt es einige. Was diesen hier besonders macht, ist die gelungene Verknüpfung mit einer Produkt- und Bewertungsdatenbank, die barcoo tatsächlich zu einem &#0187;Nachhaltigkeitstool&#0171; machen, wie ich das mal genannt habe: Einfach mit dem Smartphone einen Barcode einscannen, und kurz darauf erscheinen Produktname, üblicher Preis, Öko-Bewertungen aus verschiedenen Datenbanken sowie Kommentare von NutzerInnen, die sich dann ebenfalls auf dem Smartphone eintragen und ergänzen lassen.</p>
<p><i>Warum blogge ich das? Weil&#8217;s noch ein bisschen &#0187;wow&#0171; für mich ist. Und auch wenn ich mir noch nicht so sicher bin, was ich mit Apps wie diesen tatsächlich anfange, machen sie auf jeden Fall auf sehr handfeste Weise begreiflich, dass ein Smartphone in nahezu idealer Weise eine Schnittstelle zwischen &#0187;Realraum&#0171; und Netz darstellt. Und das finde ich auf ganz unterschiedlichen Ebenen spannend.</i></p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3315&amp;ts=1328390032" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3315&amp;md5=7bc443d8a4a5875778af386ca7c1a3c0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Meins: Samsung Galaxy S plus</title>
		<link>http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/12/03/meins-samsung-galaxy-s-plus/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 15:37:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer meine sozial-medialen Äußerungen der letzten Zeit genau gelesen hat, wird festgestellt haben, dass ich darüber nachgedacht hatte, mir ein neues Smartphone zu kaufen (auch wenn das alte Nokia E65 "eigentlich" noch ganz gut tat - aber nicht mit ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer meine sozial-medialen Äußerungen der letzten Zeit genau gelesen hat, wird festgestellt haben, dass ich darüber nachgedacht hatte, mir ein neues Smartphone zu kaufen (auch wenn das alte Nokia E65 &#0187;eigentlich&#0171; noch ganz gut tat &#8211; aber nicht mit Exchange im Landtag verknüpfbar war und zunehmend Macken entwickelt hat). Ich habe lange zwischen Smartphone und Tab geschwankt (oder so ein Zwischending wie das Samsung Galaxy Note), habe mich jetzt aber für ein ziemliches Standard-Android-&#0171;Handy&#0171; entschieden, ein Samsung Galaxy S Plus mit Android 2.3.3.</p>
<p>Heute kam&#8217;s dann in einer schicken kleinen schwarzen Schachtel an. Erster Eindruck: ziemlich leicht, und ein bisschen verwirrend, was denn nun wie funktioniert. Und das große Display ist schon beeindruckend. Inzwischen habe ich mich einigermaßen in die Grundfunktionen eingefunden und herausgekriegt, welche Knöpfe was machen (wobei mir die Multitasking-Umsetzung bei Android noch ein wenig unklar ist &#8211; sowas wie ein &#0187;Task wechseln&#0171; fehlt mir, und mir ist noch nicht ganz klar, wann eine App beendet ist und wann sie im Hintergrund weiterläuft &#8230;). Auch der Wechsel zwischen Portrait und Querformat ist nicht immer ganz logisch. Dafür wurde die SD-Karte vom Nokia sofort gelesen, und der Zugriff auf Musik und Bilder ist sehr viel schneller und eleganter als zuvor möglich. Das Konfigurieren des EMail-Kontos war ebenfalls simple. Schön auch der Zugriff über WLAN über den PC-Browser auf Datenbestände des Handys.</p>
<p>Gut gefällt mir die relativ umfangreiche Konfigurierbarkeit (auch wenn&#8217;s da an der einen oder anderen Stelle, hallo Kalender, ich schaue dich an, noch Präferenzen gäbe, die es nicht gibt). Die Touchscreen-Bedienung finde ich halbwegs ok (definitiv intuitiv, aber auf Dauer ganz schön anstrengend). Nicht wirklich glücklich bin ich mit der Texteingabe &#8211; die Softwaretasten sind mir eher zu klein, d.h. das Tippen dauert lange, und ich vertippe mich oft. Ich hätte gerne noch die Funktionen &#0187;Cursor vor/Cursor zurück&#0171;. Die verschiedenen Varianten an Tastaturen (inkl. der Handschrifteingabe &#8211; nett, aber auch nicht mein Ding, bzw. viel zu langsam) haben alle ihre Tücken. </p>
<p>Das als erster Eindruck von Android und dem Samsung Galaxy S Plus. Jetzt an euch die Frage: Was brauche ich &#8211; neben Twitter, Facebook, mehr Fonts und einem Barcode-Scanner (das ist das, was ich gerade schon installiert habe) &#8211; unbedingt noch an Apps? Und legt sich das mit dem ständig Danebentippen irgendwann?</p>
<p><i>Warum blogge ich das? Vor allem, weil mich interessiert, was ich noch so brauchen könnte &#8230;</i></p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3310&amp;ts=1328390032" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3310&amp;md5=91a5fb45d73e86b27e35fba2c6131454" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kieler Parteitagswochenende</title>
		<link>http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/11/24/kieler-parteitagswochenende/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 19:36:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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Schon wieder ein Parteitagswochenende - diesmal am anderen Ende der Republik, in Kiel. Mein Kreisverband hat mich delegiert; angesichts der Entfernung und der Tatsache, dass diesen Sonntag eine nicht ganz unwichtige Volksabstimmung ansteht (ich habe selbstverständlich mein "Ja" ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/3523065259/" title="Enterprise GND-09 by tillwe, on Flickr"><img src="http://farm4.staticflickr.com/3622/3523065259_44e03c1019_z.jpg" width="640" height="427" alt="Enterprise GND-09"></a> </p>
<p>Schon wieder ein Parteitagswochenende &#8211; diesmal am anderen Ende der Republik, in Kiel. Mein Kreisverband hat mich delegiert; angesichts der Entfernung und der Tatsache, dass diesen Sonntag eine nicht ganz unwichtige Volksabstimmung ansteht (ich habe selbstverständlich mein &#0187;Ja&#0171; per Briefwahl angekreuzt) , war das Interesse allerdings begrenzt. </p>
<p>Medial sichtbar geworden ist die diesjährige <a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/bdk-in-kiel.html">ordentliche BDK</a>, so jedenfalls mein Gefühl, bisher vor allem durch den Sonntagmorgenantrag D-02. Das ist der netzpolitische Leitantrag, der mir zwar vom Stil her stellenweise ein zu pathetisch ausgefallen ist, aber rüberbringt, wie grün Netzpolitik eigentlich ist. (Dazu ganz lesenswert übrigens der relativ gut recherchierte <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/gruene-und-piraten-die-freibeuter-der-leere-11538418.html">Text</a> der FAZ zur Ur- und Vorgeschichte grüner Netzpolitik). </p>
<p>Heftig diskutiert wird aber nicht unsere Haltung zu digitaler Demokratie, die Ablehnung von Netzsperren etc. oder die Open-Access-Idee im Wissenschaftsbereich, sondern vor allem die Urheberrechtsfrage. Die großen Lobbyverbände und Verwertungsorganisationen sehen &#8211; in Weltuntergangssprache, aber das mag mit der Nähe zu Hollywood zu tun zu haben, die Grünen hier auf der schiefen Bahn, die NetzpolitikerInnen schauen auf die innerparteiliche Debatte zwischen Kultur und Netzpolitik und wundern sich.</p>
<p>Ein bisschen was dazu habe ich <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/11/10/realistische-erwartungen-an-politik-und-politikerinnen-bitte/">hier</a> ja bereits geschrieben. <a href="http://altonablog.de/2011/11/24/die-grune-partei-und-das-netz-am-sonntag-wissen-wir-mehr/">Lars Brücher</a> spitzt noch etwas mehr zu und sieht in der Frage, in welcher Form D-02 am Schluss verabschiedet wird, eine Jahrhundertfrage. Ganz so hoch würde ich es nicht hängen, vor allem auch deshalb, weil ich überzeugt davon bin, dass die Entscheidung &#8211; wie auch schon viele Entscheidungen vorher im Zusammenhang mit Wahlprogrammen etc. &#8211; eine Zwischenstation darstellt im engagierten innerparteilichen Versuch, in der Debatte eine Lösung zu finden, die das Urheberrecht weiterentwickelt, KünstlerInnen besser stellt und NutzerInnen vor Kriminalisierung schützt. Spannend wird es Sonntag jedenfalls allemal.</p>
<p><a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/es-wird-ein-spannender-parteitag.html">&#0187;Der Parteitag wird spannend&#0171;</a> &#8211; das sieht wohl auch Steffi Lemke so. Aber gar nicht so sehr wegen D-02, sondern, weil dieser Parteitag aktuelle Themen aufgreift (Finanzkrise! Inklusion! Arabischer Frühling! &#8211; und ganz aktuell: Rechtsextremismus!), und vor allem deswegen, weil es einige formale Experimente gibt. Auf die bin ich in der Tat auch gespannt. </p>
<p>So ist dem eigentlichen Parteitag eine Workshopphase mit einem Dutzend parallelen Workshops vorgeschaltet, in denen das Leitthema Demokratie diskutiert werden soll. Ich habe mich hier für die innerparteiliche Demokratie angemeldet, und hoffe, rechtzeitig in Kiel zu sein, um mitreden zu können. (Innerparteiliche Demokratie: es gibt auch eine Reihe von Satzungsänderungen, und nachdem ich mich kürzlich erst mit einem Plädoyer für Veränderungen in der innerparteilichen Struktur unserer Partei wieder in den Länderrat habe wählen lassen, meine ich, dass ich da hin muss &#8230;). Also ein bisschen Zukunftskongress auf der BDK.</p>
<p>Die zweite, auf einigen Mailinglisten durchaus auch kritisch diskutierte formale Neuerung ist ein anderer Umgang mit V-Anträgen. V-Anträge haben nichts mit dem Verfassungsschutz zu tun, sondern sind die vielen aus der Basis eingebrachten Anträge jenseits der großen Leitanträge und gesetzte Themen. Davon gibt es meist mehr als es Zeit gibt, so dass viele &#8211; auf Vorschlag der Antragskommission &#8211; summarisch überwiesen oder nicht befasst werden. Diesmal soll es wohl eine Art Ranking der V-Anträge durch die Delegierten geben, so dass die Anträge behandelt werden, die den meisten Delegierten wichtig erscheinen. Klingt für mich sinnvoll, soll von der Grünen Jugend übernommen worden sein &#8211; ob&#8217;s funktioniert, werden wir sehen.</p>
<p>Also, mal wieder ein Wochenende voll mit grüner Parteiarbeit. Ob da für Kiel noch Zeit bleibt &#8211; ich befürchte fast, es wird eine dieser Städte werden, in der ich &#0187;dank&#0171; Partei schon war, von der ich aber so gut wie nichts gesehen habe. </p>
<p><i>Warum blogge ich das? Als Teil meiner persönlichen Parteitagsvorbereitung. Die Anträge nehme ich übrigens <a href="http://www.gruene-partei.de/cms/default/rubrik/19/19663.antraege.htm">digital</a> mit &#8211; und spare mir damit einen prall gefüllten Aktenordner.</i></p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3300&amp;ts=1328390032" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3300&amp;md5=a3c21f639682867821ddb1a970624536" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Realistische Erwartungen an Politik und PolitikerInnen, bitte!</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 13:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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Zweimal Verwunderung meinerseits, was manche für Erwartungen an die Politik und an die PolitikerInnen haben.

Beispiel 1: Ende November tagt die Bundesdelegiertenkonferenz (Bundesparteitag) der Grünen in Kiel. Auf der Tagesordnung steht u.a. ein ziemlich guter netzpolitischer Antrag. Zu diesem Antrag, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/391423455/" title="Gut gesetzte Pointe von tillwe bei Flickr"><img src="http://farm1.static.flickr.com/143/391423455_9f479e4bb6_z.jpg" width="640" height="425" alt="Gut gesetzte Pointe"></a></p>
<p>Zweimal Verwunderung meinerseits, was manche für Erwartungen an die Politik und an die PolitikerInnen haben.</p>
<p>Beispiel 1: Ende November tagt die Bundesdelegiertenkonferenz (Bundesparteitag) der Grünen in Kiel. Auf der Tagesordnung steht u.a. ein ziemlich guter <a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/offenheit-freiheit-teilhabe.html">netzpolitischer Antrag</a>. Zu diesem Antrag, insbesondere zu seinen Forderungen im Bereich Urheberrecht, gibt es eine ganze Reihe an Änderungsanträgen. Anders gesagt: Es gibt innerhalb der grünen Partei unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie das in Zukunft mit Urheberrecht, Kultur, dem Netz etc. sein soll. Es wird also rege diskutiert &#8211; und am Schluss wird der Parteitag entscheiden, ob die eine oder die andere Position sich durchsetzt, oder ob es einen Kompromis geben wird. </p>
<p>Ich halte das für ein ziemlich demokratisches Vorgehen. <a href="http://www.metronaut.de/freiheit/wieviel-netzpolitik-steckt-wirklich-in-den-gruenen/">Metronaut</a> macht daraus einen &#0187;Grüne müssen um netzpolitische Kompetenz zittern&#0171;-Artikel. Kann man machen. Einen Schritt weiter gehen dann einige in meiner Timeline, die allein darin, dass über diese Dinge debattiert wird (und ja, die BAG Kultur sieht das oft anders als die BAG Medien &#038; Netzpolitik!), einen Affront sehen. Wie soll denn bitte sonst eine Meinung zustande kommen, wenn nicht im Streit um unterschiedliche politische Vorstellungen?</p>
<p>Beispiel 2: Inzwischen sind einige PolitikerInnen regelmäßig auf Twitter zu finden, twittern selbst &#8211; mal flapsig, mal ernsthaft &#8211; und machen deutlich was anderes als Pressemitteilungshinweise. Das gelingt einigen besser als anderen. Ich finde es zunächst mal positiv &#8211; und finde es auch positiv, dass darunter auch Konservative sind, die inhaltlich durchaus nicht mit der Mehrheit der netzpolitischen Gemeinde übereinstimmen. Denen wird jetzt &#8211; wiederum auf Twitter, aber auch z.B. <a href="http://lumma.de/2011/11/10/politische-sandkastenspiele-auf-twitter-ist-das-alles/">in diesem Blogbeitrag</a> &#8211; vorgeworfen, sich auf Twitter so zu verhalten, wie sonst auch, also sozial zu interagieren, sich auch mal politisch zu necken usw. Nico Lumma beschwert sich darüber, dass diese &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8230; vor dem Zubettgehen noch eine paar politische Salven abfeuern, das geht gut geübten Politikern leicht von der Hand, das kennt das Volk aus unzähligen Talkshows und es tut niemandem weh.
</p></blockquote>
<p>Was bitte soll das? Welche Erwartungen werden hier an die PolitikerInnen gestellt? Vollzeittwittern, aber bitte nur ernsthaft politisch, nie flapsig, und natürlich immer zugänglich für die Weisheit der Vielen? Ich finde das unrealistisch &#8211; und sehe im von Lumma kritisierten Politiktwittern keine Inszenierung, sondern eine Selbstpräsentation. So sind sie halt.</p>
<p><i>Warum blogge ich das? Als Versuch einer begründeten Gegenposition.</i></p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3287&amp;ts=1328390032" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3287&amp;md5=68eed00beb1c679b2ac14996134d9c84" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#187;Ihr Antrag ist zulässig, aber unbegründet&#171;</title>
		<link>http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/10/18/ihr-antrag-ist-zulassig-aber-unbegrundet/</link>
		<comments>http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/10/18/ihr-antrag-ist-zulassig-aber-unbegrundet/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2011 20:01:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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Im Jahr 2010 wurde heftig darüber gestritten, ob und wenn ja um welche Höhe die Hartz-IV-Regelsätze nach dem damaligen Urteil des Bundesverfassungsgerichts erhöht werden soll. Das BVerfG hatte eine nachvollziehbare Neuberechnung angemahnt, die dann erstaunlicherweise zu einem fast identischen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/224594928/" title="Petrikirche interior III by tillwe, on Flickr"><img src="http://farm1.static.flickr.com/69/224594928_25c2e9c3dd_z.jpg" width="640" height="426" alt="Petrikirche interior III"></a></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/b5ee72d672d041929adfe95fe6c6ab08" width="1" height="1" alt="" align="right">Im Jahr 2010 wurde heftig darüber gestritten, ob und wenn ja um welche Höhe die Hartz-IV-Regelsätze nach dem damaligen <a href="http://www.bverfg.de/entscheidungen/ls20100209_1bvl000109.html">Urteil</a> des Bundesverfassungsgerichts erhöht werden soll. Das BVerfG hatte eine nachvollziehbare Neuberechnung angemahnt, die dann erstaunlicherweise <a href="http://www.tagesschau.de/inland/hartz186.html">zu einem fast identischen Ergebnis</a> für die Höhe der Regelsätze kamen. Entsprechend lag und liegt die Vermutung nahe, dass die Regelsatzberechnung in ihrem Verfahren an das gewünschte Ergebnis angepasst wurde. Und die internen Unterlagen dazu wurden und werden nicht herausgerückt.</p>
<p>Aber wir haben ja das Informationsfreiheitsgesetz (IFG), dachte ich mir letztes Jahr. Und schickte eine Mail mit der Frage, was den die mit einer Auskunft nach IFG zu den Berechnungsunterlagen für diese Neuberechnung verbundenen Kosten wären, an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Antwort, auch nach einigen weiteren Mails: Stillschweigen.</p>
<p>Ich hatte die Sache dann auf sich beruhen lassen, bis im Stream zur Veranstaltung »Informationsfreiheit 2.0« die Seite <a href="https://fragdenstaat.de/">fragdenstaat.de</a> vorgestellt wurde. Die will Anfragen nach dem IFG erleichtern und Antworten zusammenstellen.</p>
<p><span id="more-3269"></span>Wunderbar, dachte ich, frage ich meine Frage nach der Regelsatzberechnung doch einfach nochmal. Fragdenstaat.de ist gut gemacht &#8211; die Frage muss (möglichst präzise formuliert) eingegeben werden, wird dann in rechtlichen Kladderadatsch integriert und im Auftrag des Fragestellers bzw. der Fragestellerin an das ausgewählte Ministerium gesendet. Kurz darauf kam eine Eingangsbestätigung &#8211; und heute dann der Antwortbrief des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.</p>
<p>Das hier war meine Frage:</p>
<blockquote><p>
Ende des Jahres 2010/Anfang des Jahres 2011 gab es eine heftige politische Debatte um die Höhe der Hartz-IV-Regelsätze, nachdem die bisherige Berechnungsweise sich als verfassungsrechtlich problematisch herausgestellt hat. Die Neuberechnung der Hartz-IV-Regelsätze kam letztlich zu einem fast identischen Regelsatz. Um nachvollziehen zu können, wie diese Neuberechnung zu Stande kam, bitte ich um Informationen darüber, wie genau die Höhe der Hartz-IV-Regelsätze berechnet wurde, welche statistischen Verfahren und Erhebungen dazu herangenzogen wurden und welche Arbeitsanweisungen und Vorschriften zu Beginn des Neuberechnungsvorgangs gemacht worden sind.
</p></blockquote>
<p>Die gesamte Antwort lässt sich <a href="https://fragdenstaat.de/anfrage/berechnungsgrundlage-hartz-iv-satze/">hier nachlesen</a> (nachdem ich den Brief des Sozialministeriums abgetippt habe).</p>
<p>Zentraler Satz der (ablehnenden) Antwort:</p>
<blockquote><p>
&#0187;Ihr Antrag ist zulässig, aber unbegründet&#0171;
</p></blockquote>
<p>Dann folgen drei Seiten mit (umständlich und behördlich formulierten) Hinweisen darauf, warum das, was ich wissen will, doch längst in Bundestagsdrucksachen etc. nachlesbar ist (und was das Statistische Bundesamt macht, was eine Einkommens- und Verbrauchsstichprobe ist usw.). Verwiesen wird vor allem auf einige im Internet öffentlich einsehbare Dokumente:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.bverfg.de/entscheidungen/ls20100209_1bvl000109.html">Das BVerfG-Urteil</a></li>
<li><a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/034/1703404.pdf">BT-Drucksache 17/3404, S. 51/52 und Anhang</a>, das ist der Gesetzentwurf und die Begründung dazu</li>
<li><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a11/anhoerungen/Archiv/SGB_II_und_XII__KdU/index.html">Unterlagen zur Anhörung Gesetzentwurf</a></li>
<li><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a11/anhoerungen/Archiv/Regelsatzbemessung/index.html">Unterlagen zur Anhörung Regelsatzbemessung</a></li>
<li><a href="http://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsmarkt/statistiken-zum-download-sgb2.html">Sonderauswertungen der EVS</a></li>
</ul>
<p>Das ist eine Menge Material, aber so richtig glücklich macht mich die Antwort nicht. Ich erlebe das auch in meiner Arbeit: Ministerien beantworten konkrete Anfragen gerne ein wenig umständlich, vielsagend und ausweichend. Das, was ich &#8211; in meiner zugegebenermaßen ad hoc formulierten und unpräzisen Frage &#8211; eigentlich haben wollte, nämlich die tatsächlichen internen Akten, auf denen die Neuberechnung beruht (und nicht nur deren letzte Inkarnation in der Gesetzentwurfsbegründung) habe ich mit Verweis auf die Vielzahl an öffentlich vorhandenen Informationen nicht erhalten. </p>
<p>Wenn ich jetzt z.B. ein Journalist wäre, würde ich an dieser Stelle möglicherweise Widerspruch einlegen bzw. das ganze nochmal mit einer extrem auf Präzision hin ausgerichteten Fragestellung versuchen. Trotzdem bleibt bei mir der Eindruck, dass das Informationsfreiheitsgesetz ein stumpfes Schwert bleibt, solange die eigentlich gewünschten Informationen nicht schon vorhanden sind. Wenn ich ganz genau wüsste, dass in Abteilung A dann und dann interne Memos erstellt worden wären, in denen sich Hinweise darauf finden würden, dass das statistische Berechnungsverfahren ausgewählt wurde, dass das gewünschte Ergebnis erbringt, wäre es möglicherweise machbar, eine IFG-Anfrage genau nach diesen Unterlagen zu stellen. So aber bleibt mir nur das, was ich durch fleißiges Recherchieren im Netz auch finden würde. Die Links darauf hat das Bundesministerium ordentlich zusammengestellt &#8211; mehr aber auch nicht.</p>
<p><i>Warum blogge ich das? Als Werbemaßnahme für <a href="http://fragdenstaat.de">fragdenstaat.de</a>, weil mir die Idee gut gefällt &#8211; und als Hinweis darauf, dass auch ein Informationsfreiheitsgesetz manche Schreibtischwand nicht durchbrechen kann.</i></p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3269&amp;ts=1328390032" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3269&amp;md5=8421678cac2818338e99b5cbfc0e489e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Willkommen an Bord, Piraten!</title>
		<link>http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/09/18/willkommen-an-bord-piraten/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Sep 2011 17:01:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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"Willkommen an Bord" - so kommentierte Claudia Roth das Berliner Wahlergebnis. Und in der Tat: in diesem an Überraschungen reichen Wahljahr ist den Piraten und den Berliner WählerInnen eine weitere Überraschung gelungen. Nach den ersten Hochrechnungen liegt die Piratenpartei ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/3496200759/" title="City beach by tillwe, on Flickr"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3631/3496200759_80a4197076_z.jpg" width="640" height="427" alt="City beach"></a></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/841aef28eaaa4c33bfc7968af0f22cee" width="1" height="1" alt="" align="right">&#0187;Willkommen an Bord&#0171; &#8211; so <a href="http://twitter.com/#!/gruenenrw/status/115464783641329665">kommentierte</a> Claudia Roth das Berliner Wahlergebnis. Und in der Tat: in diesem an Überraschungen reichen Wahljahr ist den Piraten und den Berliner WählerInnen eine weitere Überraschung gelungen. Nach den ersten <a href="http://www.wahlrecht.de/news/2011/abgeordnetenhauswahl-berlin-2011.htm#prognosen-hochrechnungen">Hochrechnungen</a> liegt die Piratenpartei zwischen 8 und 9 Prozent, und ist damit so deutlich ins Abgeordnetenhaus eingezogen, dass möglicherweise die 15 Sitze, die die Piraten in Berlin aufgestellt haben, nicht ausreichen und Mandate leer bleiben. Also ein großartiger Einstieg in die Welt der Landesparlamente &#8211; und damit der &#0187;großen&#0171; Politik.</p>
<p>Wenn ich es wagen würde, hier aus dem fernen Südwesten eine Vermutung darüber abzugeben, warum den Piraten dieser Erfolg gelungen ist, dann würde ich sagen, dass es drei Faktoren waren:</p>
<p>1. Berlin<br />
2. Renate Künast, oder die Schwäche der Grünen<br />
3. Klare Protestalternative</p>
<p>Zu 1.: Berlin ist unbestritten die Stadt der Digitalszene in Deutschland. Und auch wenn sämtliche andere Parteien wichtige Forderungen dieses Milieus aufgenommen haben, ist hier der Resonanzboden für eine neue, netzpolitisch fokussierte Bewegung (und Partei) größer als anderswo. Berlin ist Stadt (und kein Flächenland), Berlin ist arm (d.h. auch: Bürgerengagement bedeutet hier was anderes), Berlin ist innovativ &#8211; so ungefähr könnten die Stichworte lauten, die dazu dienen, dieses Bild festzustecken.</p>
<p>Zu 2.: Ich kenne noch keine Wählerwanderungsanalysen, gehe aber davon aus, dass ein nicht kleiner Teil der PiratenwählerInnen vor einigen Monaten noch mit dem Gedanken gespielt hat, grün zu wählen. Die Grünen liegen in den ersten Hochrechnungen bei etwa 18 bis 19 Prozent und auf Platz 3. Vor einem Jahr wäre das noch ein sensationelles Ergebnis gewesen, heute ist es fast schon eine gefühlt verlorene Wahl. Renate Künast und der Berliner Wahlkampf der Grünen scheinen es nicht geschafft zu haben, Resonanzen zum Vibe dieser Stadt herzustellen &#8211; jedenfalls nicht in dem Maß, das z.B. für grün-rot notwendig gewesen wäre. Vielleicht ist vielen &#8211; ganz anderes als in Baden-Württemberg &#8211; auch einfach nicht klar genug geworden, was eine grüne Regierende Bürgermeisterin an grundsätzlich Anderem möglich gemacht hätte. </p>
<p>Rechnerisch besteht jetzt für Klaus Wowereit die Möglichkeit, Rot-grün oder Rot-schwarz als Koalition anzugehen &#8211; oder in Richtung eines Dreierbündnisses inkl. Piratenpartei zu schillen. Letzteres halte ich für unwahrscheinlich. Rot-grün erscheint mir persönlich als die klarere und politisch sinnvollere Alternative &#8211; dann muss aber in den nächsten Jahren klar werden, wo die grüne Linie steckt.</p>
<p>Kurz und knapp: Der Erfolg der Piraten hat auch etwas damit zu tun, dass viele potenzielle WählerInnen letztlich den Piraten eher als uns Grünen den Hoffnungsschimmer des neuen und anderern zugetraut haben. Da fehlte es Renate Künast schlicht und einfach an Aura und Charisma.</p>
<p>Zu 3.: Als dritten Punkt, der aus meiner geographisch fernen Sicht den Erfolg der Piraten möglich gemacht hat, ist das breite Programm zu nennen. Die Partei ist nicht nur mit Netzpolitik und Überwachung, sondern auch mit Themen wie Mindestlohn/Grundeinkommen, Bildung und queerer Bürgerrechte in den Wahlkampf gezogen &#8211; und hat sich damit als breit aufgestellte Alternative präsentiert. Das scheint angekommen zu sein.</p>
<p>Damit bleibt mir, den Piraten viel Erfolg im Berliner Abgeordnetenhaus zu wünschen. Ich bin sehr neugierig darauf, was die Professionalitäts- und Konformitätserwartungen des politischen Normalbetriebs mit dieser Partei machen. Auch das wird entscheidend dafür sein, ob es bei einem Berliner Kuriosum bleibt, oder ob sich die Piraten mit dem 18.9.2011 als Startschuss bundesweit aufmachen, die FDP als unmoralische Bürgerrechtspartei abzulösen (im Gegensatz zum bürgerrechtlichen Moralismus meiner Partei).</p>
<p><i>Warum blogge ich das? Weil ich (siehe letzten Blogeintrag) zwar mit einem Einzug der Piraten ins Abgeordnetenhaus gerechnet habe, aber nicht mit einem so fulminanten Einzug.</i></p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3229&amp;ts=1328390032" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3229&amp;md5=157c9dd6ca9705d0ec74cefbc998dfd4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Datenschutz vs. Social Media im Clash der Generationen</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 09:23:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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		<description><![CDATA[

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein ist eine renommierte Einrichtung, die sich um den Datenschutz in Deutschland verdient gemacht hat. Daran besteht gar kein Zweifel. 

Trotzdem zweifle ich daran, ob das mit dem Datenschutz noch lange gut gehen wird, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/3496188255/" title="Security by tillwe, on Flickr"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3547/3496188255_52ea28de42_z.jpg" width="640" height="427" alt="Security"></a></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/edcb765ff7574cc4843fbd1050764d32" width="1" height="1" alt="" align="right">Das <a href="https://www.datenschutzzentrum.de/index.htm">Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein</a> ist eine renommierte Einrichtung, die sich um den Datenschutz in Deutschland verdient gemacht hat. Daran besteht gar kein Zweifel. </p>
<p>Trotzdem zweifle ich daran, ob das mit dem Datenschutz noch lange gut gehen wird, um das mal so salopp zu sagen. Das jüngste Beispiel ist die <a href="https://www.datenschutzzentrum.de/presse/20110819-facebook.htm">Pressemitteilung des Datenschutzzentrums zu Facebook</a>. Darin wird u.a. gefordert, dass &#0187;Stellen&#0171; in Schleswig-Holstein Facebook-Fanpages (<a href="http://www.facebook.com/SchleswigHolstein">z.B. diese hier</a>) abzuschalten haben und &#0187;Social-Plugins wie den &#8250;Gefällt mir&#8249;-Button&#0171; aus ihrer Website entfernen müssen. Sollte dies nicht bis Ende September gesehehn, droht das Datenschutzzentrum mit erheblichen Bußgeldern. Am liebsten würden sie Facebook ganz verbieten. So heißt es am Ende der Pressemitteilung: </p>
<blockquote><p>
Niemand sollte behaupten, es stünden keine Alternativen zur Verfügung; es gibt europäische und andere Social Media, die den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Internet-Nutzenden ernster nehmen. Dass es auch dort problematische Anwendungen gibt, darf kein Grund für Untätigkeit hinsichtlich Facebook sein, sondern muss uns Datenschutzaufsichtsbehörden dazu veranlassen, auch diesen Verstößen nachzugehen.
</p></blockquote>
<p>Äh, ja. Ich finde dieses Vorgehen aus zwei Gründen falsch. Erstens gehe ich davon aus, dass es möglich ist, auch Facebook-Profile datenschutzkonform zu verlinken. <a href="http://twitter.com/#!/aprica/status/104478924234428416">Statt</a> mit der Bußgeldkeule zu drohen, wäre eine &#0187;So geht&#8217;s richtig&#0171;-Anleitung hilfreich. Zweitens übersieht das Datenschutzzentrum, gerade auch in seiner Bewertung, den Charakter von Facebook und anderen Angeboten als quasi-öffentlichen sozialen Orten. Ein Facebook-Profil lässt sich nicht einfach zu einem angeblich besseren europäischen Social-media-Anbieter umziehen (weil der Mehrwert einer vernetzten Community nicht einfach umziehbar ist), sowas wie &#0187;Plattformneutralität&#0171; oder einen globalen Cross-Plattform-Vernetzungsstandard gibt es bisher nicht. </p>
<p>Damit aber bleibt die mehr oder weniger freiwillige Entscheidung vieler Menschen für ein Profil bei einer Datenkrake der Status quo. Die Geschäftspraktiken von Facebook verstoßen wohl teilweise gegen das deutsche Datenschutz- und Telemedienrecht. Facebook selbst ist nicht angreifbar, weil kein Sitz in Deutschland. Deswegen geht das Datenschutzzentrum den Weg über den Rücken der NutzerInnen. Nur: Warum sollte das Facebook in irgendeiner Weise beeindrucken? </p>
<p>Besser wäre es doch in der Tat, darüber aufzuklären, in welcher Weise Facebook weitgehend datenschutzkonform genutzt werden kann, evtl. auch die Entwicklung z.B. entsprechender Browser-Extensions zu unterstützen &#8211; und sich auf internationaler Ebene dafür einzusetzen, eine Regulierung sozialer Netzwerke auch im Sinne des Verbraucher- und Datenschutzes hinzukriegen. Und letztlich muss es auch darüber gehen, darüber nachzudenken, was Datenschutz in einer Gesellschaft bedeutet, die einen Mehrwert daraus zieht, sich mit quasi-öffentlichen digitalen Medien in privater Hand sozial zu vernetzen.</p>
<p>Der Drohkeulenalleingang scheint mir jedenfalls das falsche Mittel zu sein, und klingt, gerade zwischen den Zeilen, nach etwas ganz anderem: Nach einem Clash zwischen dem klassischen Gut-Böse-Schema des Datenschutzes der 1980er Jahre und einem selbstverständlichen Umgang damit, die Kontrolle über die eigenen Daten ein Stück weit preis zu geben.</p>
<p><i>Warum blogge ich das? Weil ich mich vom Datenschutzzentrum nicht vertreten fühle. Und wohl nicht der einzige bin, dem das so geht.</i></p>
<p>P.S.: Der SF-Autor Charles Stross macht sich in einer <a href="http://www.antipope.org/charlie/blog-static/2011/08/usenix-2011-keynote-network-se.html">Keynote</a> bei der USENIX-Konferenz Gedanken darüber, was für Implikationen Technologie wie &#0187;Lifelogging&#0171; auf Computersicherheit haben.</p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3151&amp;ts=1328390032" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3151&amp;md5=6e0ca45dc914676f0f5944dc69feaf03" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nicht jede Dummheit ist ein Skandal</title>
		<link>http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/08/10/nicht-jede-dummheit-ist-ein-skandal/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 14:36:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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Darum geht's: das Wahlkampftool "Da müssen wir ran" der Berliner Grünen

Die Berliner Grünen starten im Wahlkampf ein Online-Tool, mit dem BürgerInnen sagen können, wo es brennt (siehe auch hier). Nicht die ersten mit dieser Idee, trotzdem eine gute Idee ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2011/08/2011berlintool.jpg"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/uploads/2011/08/2011berlintool.jpg" alt="" title="2011berlintool" width="640" height="317" class="alignnone size-full wp-image-3115" /></a><br />
<small>Darum geht&#8217;s: das Wahlkampftool <a href="http://gruene-berlin.de/da-muessen-wir-ran">&#0187;Da müssen wir ran&#0171;</a> der Berliner Grünen</small></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/775487326c5045058555184cf383a3a6" width="1" height="1" alt="" align="right">Die Berliner Grünen starten im Wahlkampf ein <a href="http://gruene-berlin.de/da-muessen-wir-ran">Online-Tool</a>, mit dem BürgerInnen sagen können, wo es brennt (siehe auch <a href="http://www.homopoliticus.de/2011/08/05/per-app-auf-stimmenfang/">hier</a>). Nicht die ersten mit dieser Idee, trotzdem eine gute Idee &#8211; gerade für einen Onlinewahlkampf. Das Netz regt sich dennoch auf. Worüber? <a href="http://sebastiank.info/blog/2011/08/09/von-der-schwierigkeit-eines-online-wahlkampfes/">Darüber,</a> dass der Pressetermin zur Einweihung des Tools samt Bürgermeisterkandidatin Renate Künast ein bisschen arg nach Inszenierung ausschaut. Denn der Bürger, der da ein Radwegproblem meldet, ist Andreas Gebhard, Inhaber der Agentur &#0187;Newthinking&#0171;, die den Online-Wahlkampf der Berliner Grünen <strike>managt</strike> unterstützt. Nicht sehr klug.</p>
<p>Interessierte Kräfte (SPD) nennen das dann gleich <a href="http://lumma.de/2011/08/10/gruenes-astroturfing-am-fahrradweg/">Astroturfing</a>. So weit würde ich definitiv nicht gehen. Das Tool ist echt, das Problem ist echt, nur der Start war &#0187;scripted reality&#0171;. <a href="http://newthinking-communications.de/2011/08/10/simulation-der-realitat/">Andreas</a> selbst tut so, als wäre es reiner Zufall, dass Renate die Agentur mit dem Testproblem beehrt hat. Das halte ich nun auch wieder nur für bedingt glaubwürdig. Und selbst wenn&#8217;s so gewesen wäre: Dass der &#0187;politische Gegner&#0171; samt einer manchmal ein bisschen neidisch auf <a href="http://www.netzpolitik.org">Netzpolitik.org</a> und andere Newthinking-Projekte schauenden Netzöffentlichkeit so einen Fauxpaus hernehmen wird, um ihm breitestmöglich auszuwalzen, war doch <a href="http://newthinking-communications.de/2011/08/10/simulation-der-realitat/comment-page-1/#comment-1023">absehbar, oder?</a> </p>
<p>Und da ist &#8211; kommunikationstechnisch von Shell/Brent Spar angefangen &#8211; die einzige vernünftige Reaktion meiner Meinung nach ein aufrichtiges &#0187;Tut uns leid, da haben wir Mist gebaut.&#0171; Das kann dann durchaus auch positiv gewendet werden: Als Mittel, um dem Tool Aufmerksamkeit zu verschaffen, und als Plattform, um klar und transparent mitzuteilen, wie die Berliner Grünen in Zukunft auf Meldungen über das Portal reagieren werden. Die Chance scheint mir halb verpasst &#8211; schade. </p>
<p>Trotzdem ist das kein <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Astroturfing">Astroturfing</a>. Das wäre es dann, wenn das Tool größtenteils mit Meldungen aus der Partei heraus gefüllt würde, um so Bürgernähe zu simulieren. Idealerweise mit Meldungen, die eh schon am Behobenwerden sind. </p>
<p>Aber darum geht es hier nicht: Es geht um ein spannendes partizipatives Wahlkampftool, dessen Start leider ein bisschen verbockt wurde. Was das Tool nicht schlechter macht. <a href="http://gruene-berlin.de/da-muessen-wir-ran">Da müssen wir ran!</a></p>
<p>So, und damit können wir alle zusammen jetzt auf den nächsten Online-Fehltritt der SPD warten, um da kräftig draufzuhauen.</p>
<p><i>Warum blogge ich das? Weil ich glaube, dass dieses Tool eine bessere Presse verdient hat als die, die einige sich da gerade zurechtspinnen. (Disclaimer: ich kenne Andreas aus der grünen Partei und der gemeinsamen Arbeit in medien- und netzpolitischen Projekten).</i></p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3114&amp;ts=1328390032" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3114&amp;md5=f4a435cff6acdd6ff1406d8ce3e2e678" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Unsere tägliche Misstrauenskultur gib uns heute</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jul 2011 09:59:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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Zwei auf den ersten Blick unzusammenhängende Beobachtungen:

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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/179862215/" title="Street pattern by tillwe, on Flickr"><img src="http://farm1.static.flickr.com/44/179862215_af90dc790c_z.jpg" width="640" height="426" alt="Street pattern"></a></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/30f1dbfab4c046bdb0c79e6b94ac57d2" width="1" height="1" alt="" align="right">Zwei auf den ersten Blick unzusammenhängende Beobachtungen:</p>
<p><b>1.</b> Anfang der Woche hatten wir im Landtag ein Gespräch mit VertreterInnen verschiedener baden-württembergischer ASten und Analogmodelle über die Einführung der Verfassten Studierendenschaft. Inhaltlich war das durchaus spannend, aber darum geht es mir jetzt nicht &#8211; sondern darum, dass zumindest zu Beginn der Veranstaltung ein sehr starkes Misstrauen der StudierendenvertreterInnen zu spüren war. Beteiligung, Teilhabe, Mitwirkung, eine Einladung zum Gespräch &#8211; schöne Worte, aber in Wirklichkeit interessiert &#0187;die&#0171; (also in dem Fall die grünen MdLs Salomon, Schmidt-Eisenlohr und Lede Abal, projiziert: die Regierung) doch überhaupt nicht, was wir wollen. &#0187;Die&#0171; machen doch eh, was sie wollen. Das war so die Grundstimmung, die sich im Lauf des Gesprächs glücklicherweise etwas verändert hat. Mal schauen, wie die weitere Zusammenarbeit läuft.</p>
<p><b>2.</b> Gerade eben klingelte es an der Haustür. Ein Vertreter der Telekom wollte von mir (Name jedoch falsch vom Klingelschild abgelesen) wissen, was für einen Vertrag ich den habe, wieviel ich im Monat zahle. Die klassische Haustürgeschäftssituation. Ich hatte keine Lust und keine Zeit, trotzdem drängte der Telekom-Mann drauf. Die Leitungen seien hier neu gelegt worden, deswegen sei es jetzt möglich, zum gleichen Preis (ich habe doch sicher diesen und jenen Vertrag) eine viel bessere DSL-Leistung zu erhalten. Irgendwas mit Glasfasern, neuer Technik. Er müsse nur kurz eine Messung vornehmen. </p>
<p>Ich habe ihn abgewimmelt &#8211; aus einem grundsätzlichen Misstrauen heraus. Da will mir jemand was verkaufen, da muss es doch einen Haken geben. Warum machen &#0187;die&#0171; das? Vielleicht gibt es den Haken nicht, vielleicht gibt es wirklich zum gleichen Preis einen technisch besseren Vertrag &#8211; aber warum muss ich das in ein paar Minuten an der Haustüre entscheiden? (Call-Center &#8211; so die Antwort auf meine Frage, warum die Telekom Hausbesuche macht und trotzdem nicht weiß, mit wem sie es zu tun hat &#8211; würden nicht funtionieren).</p>
<p><b>=&gt;</b> Beide Begegnungen haben eines gemeinsam: Den Verdacht, dass &#0187;die&#0171; &#8211; wer auch immer das ist &#8211; eigentlich nur ihr eigenes Interesse haben, und es, wenn sie darauf beharren, im Interesse eines anderen zu handeln, höchste Zeit ist, misstrauisch zu werden. Muss das so sein?</p>
<p><i>Warum blogge ich das? Weil ich das Misstrauen der Studentenschaft erwartet habe (und unser Gespräch von Angesicht zu Angesicht aus meiner Sicht auch eine vertrauensbildende Maßnahme darstellt &#8211; hoffe ich jedenfalls), und weil ich mich jetzt gerade ein bisschen über mein eigenes Verhalten an der Haustür geärgert habe. Dahinter steht letztlich der u.a. von Luhmann untersuchte Prozess, wie in der modernen Gesellschaft das auf persönliche Bekanntschaft beruhende Sozialvertrauen durch Systemvertrauen (Institutionen, Zertifikate, Gutachten usw.) ersetzt wurde. Soziale Medien sind ein Stück weit eine Wiederherstellung von Möglichkeiten, in einer massenmedialisierten Gesellschaft, in der soziale Nähe nicht mehr mit räumlicher Nähe identisch ist, Sozialvertrauen herzustellen. So richtig funktioniert das aber auch nicht immer. Misstrauen scheint in einer großen, anonymen, funktional differenzierten Gesellschaft eine Grundvoraussetzung zu sein &#8211; die dann aber Vertrauensbildungen immer wieder zunichte macht. Wie damit umgehen?</i></p>
<p><b>Ergänzung:</b> Nach einem Anruf bei der Telekom deutet einiges darauf hin, dass mein Misstrauen an der Haustür berechtigt war &#8211; dass Telekom-MitarbeiterInnen an der Haustür nach Vertragsdaten fragen, sei eher unüblich (&#0187;wir haben die ja schon&#0171;); zudem mache die Telekom selbst keine Haustürgeschäft, sondern wenn, seien diese freie UnternehmerInnen, die so Provisionen bei Vertragsvermittlung abkassieren wollen. Zudem erscheint mir nach einigem Nachdenken die Story des Vertreters noch unglaubwürdiger als zuvor: Wenn die Telekom allen Flatrate-DSL-Kunden eine neue technische Möglichkeit zum gleichen Preis einräumen möchte, kann sie das einfach tun &#8211; ohne Neuverträge und ohne &#0187;Messungen&#0171;. Soviel also zur sozialen Funktion von Misstrauen (was aber nicht an der grundsätzlichen Frage ändert, wie Vertrauen in einer sozial vernetzten, funktional differenzierten Gesellschaft eigentlich funktionieren kann und soll).</p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3081&amp;ts=1328390032" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3081&amp;md5=04ff2323ca10798567e4303f60c57c19" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kurz: Gerät gesucht</title>
		<link>http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/06/15/kurz-gerat-gesucht/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 09:33:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/4397986269/" title="Here comes the motherboard I by tillwe, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4025/4397986269_18cfd9a8ab_z.jpg" width="640" height="427" alt="Here comes the motherboard I"></a></p>
<p>Nachdem ich arbeitsbedingt jetzt mindestens zweimal pro Woche von Freiburg nach Stuttgart pendle, und außerdem gerne Arbeitsplatzrechner und persönliche Social-Media-Accounts trennen möchte, frage ich mich, ob ich nicht ein Gerät (Smartphone, Tab, eBook-Reader) brauche. Bisher nehme ich mein Netbook mit, mit dem ich aber im Zug nicht ins Netz gehen kann*, und das mir eigentlich auch zu groß und schwer ist. Und mein relativ smartes Nokia E65.**</p>
<p>Das Gerät, das ich suche, gibt es vermutlich nicht. Wenn doch jemand ein solches Gerät kennt, bitte ich um sachdienliche Hinweise. Oder gerne auch dazu, wie ihr ähnliche &#0187;use cases&#0171; gelöst habt.</p>
<p>Hier meine Wünsche:</p>
<ul>
<li>leicht, klein, einfach ständig mitzunehmen, aber groß genug, um Facebook, Twitter und/oder Bücher drauf lesen zu können;</li>
<li>möglichst &#0187;grün&#0171; (also geringer Energieverbrauch, geringe SAR-Werte, sozial-ökologische Standards bei der Herstellung);</li>
<li>günstig: sowohl in Bezug auf den Anschaffungspreis als auch in Bezug auf Netzkosten;</li>
<li>nicht unbedingt von Apple (hatte mal wegen Walled Garden geschrieben, dass ich nie ein iPad haben möchte), möglichst offen;</li>
<li>komfortabel zu bedienen; vor allem für Lesen, aber auch für das Schreiben von Tweets, Notizen, kurzen Texten.</li>
</ul>
<p><small>* D.h. theoretisch über WLAN und die T-Mobile-Hotspots, aber passt nicht zu meinem derzeitigen Vertrag. Und einen Surfstick habe ich derzeit nicht.</p>
<p>** Das aber als einziges Interface zum Netz ein bisschen arg unkomfortabel ist, sich nicht als eBook-Reader eignet und ebenfalls an einem T-Mobile-Vertrag hängt, der für ständige Netznutzung so nicht gedacht ist.</small></p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3051&amp;ts=1328390032" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3051&amp;md5=93126eafe215247dbdd28dd6cde0526c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Antworten* auf das Politcamp 2011</title>
		<link>http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/06/07/antworten-auf-das-politcamp-2011/</link>
		<comments>http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/06/07/antworten-auf-das-politcamp-2011/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 20:30:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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Technik der Gegenwart an historischem Bundesfußboden, Bonn

Was ist das? 200 bis 250 überwiegend jüngere, meist männliche Menschen sitzen im "Wasserwerk", dem alten Plenarsaal des alten Bundestages in Bonn, und beugen sich über Smartphones, Pads und Laptops, während vorne auf ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/5803463085/" title="Snapshots from #pc11 - IV by tillwe, on Flickr"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3110/5803463085_1b747f920e_z.jpg" width="640" height="427" alt="Snapshots from #pc11 - IV"></a><br />
<small>Technik der Gegenwart an historischem Bundesfußboden, Bonn</small></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7836dfa07248492e83d2114e8ca0ca31" width="1" height="1" alt="" align="right">Was ist das? 200 bis 250 überwiegend jüngere, meist männliche Menschen sitzen im &#0187;Wasserwerk&#0171;, dem alten Plenarsaal des alten Bundestages in Bonn, und beugen sich über Smartphones, Pads und Laptops, während vorne auf eine große Leinwand Tweets geworfen werden. Und irgendwelche Leute leise über irgendwelche Dinge reden. LAN-Party? Nein, eher LAN-Partei. </p>
<p><span id="more-3034"></span>Denn Piraten (und Piratinnen) waren eine ganze Menge da. Beim <a href="http://11.politcamp.org/">Politcamp 2011</a>. Ansonsten: überwiegend jüngere, meist männliche Menschen aus SPD und CDU (in Hemden), von den Grünen (ein bißchen mehr Subkultur auch im Aussehen) und der Linkspartei. Und parteilose. Und welche, die was mit Medien machen. Oder Hard- und Softwarefirmen betreiben, und gerne PiratInnen sind. Fast 100% von all diesen Leuten bei Twitter. Was dazu führte, dass die Aufmerksamkeit vieler bei den sechs Vormittags-Podiumsdiskussionen eher auf der Twitterwall-Leinwand oder auf dem Bildschirm lag als da, wo geredet wurde. Me too.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/5803469589/" title="Snapshots from #pc11 - XIV by tillwe, on Flickr"><img class="alignright" src="http://farm4.static.flickr.com/3475/5803469589_82c2184e62_m.jpg" width="240" height="160" alt="Snapshots from #pc11 - XIV"></a>Aber eigentlich kein Wunder. <a href="http://11.politcamp.org/programm/">Sechs Podiumsdiskussionen in ebensovielen Stunden</a> mit so ungefähr 28 Männern und fünf Frauen (inkl. Moderation), weitgehend ohne Pausen &#8211; dass das ein Format ist, das nur bedingt dazu geeignet ist, Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum zu fesseln, ist irgendwie naheliegend. Oder? Und auch die Auswahl der Themen wirkte teilweise eher wie ein Zugeständnis an die Sponsoren des Ganzen. Wenn dann dazu vage mäandernde Denkschleifen kommen &#8211; gerne getriggert durch Tweets und Zuschauerfragen &#8211; dann wäre das Wasserwerk wohl in den Schlaf gedriftet, wenn nicht eh alle mit anderem beschäftigt gewesen wären.</p>
<p>Das war so ungefähr die eine Hälfte. Die meine <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2010/03/19/899-oder-warum-ich-nicht-hingehe/">letztjährigen Vorurteile</a> ganz wunderbar bestätigte. </p>
<p>* * *</p>
<p>Aber zum Glück bestand das Politcamp 2011 nicht nur aus Podiumsdiskussionen ohne Pausen, sondern auch aus dem &#0187;-camp&#0171;-Teil. Der für mich &#8211; teils durch eigenes Verschulden**, teils aufgrund der Programmplanung &#8211; leider kürzer ausfiel, als ich das gerne gehabt hätte. Der Teil hat mir gut gefallen, und das abendliche Kennenlernen <strike>beim Grillen</strike> im Biergarten trotz Regen auch. Und die abendliche Diskussion zu Post-Privacy war deutlich spannender. Nicht wegen der geringen Männerquote auf dem improvisierten Podium, sondern weil&#8217;s ein kontroverses Duell war &#8211; und nicht ein &#0187;jeder darf mal sagen, wie er das sieht, und Sie so?&#0171;.</p>
<p>Aber zurück zum Session-Teil. Der war gut. Im Open-Space-Verfahren (aka &#0187;Barcamp&#0171;) wurde eine relativ große Bandbreite an Themen vorgeschlagen und verteilt. Das Spektrum hier reichte von Frontalvorträgen mit Nachfragen (was ich zum Beispiel nutzte, um mich über den aktuellen Stand beim Thema Vorratsdatenspeicherung auf EU-Ebene zu informieren) bis zu offenen Gesprächsrunden. Ob für alles das 45/60-Raster ideal war &#8211; wer weiß. An zwei, in beiden Fällen ziemlich spontan zustandegekommenen Sessions war ich auch &#0187;veranstaltend&#0171; beteiligt. </p>
<div style="float:left;width:250px;"><a href="http://www.flickr.com/photos/martinkoester/5799752559/" title="IMG_7523 by Martin Köster Photography, on Flickr"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2153/5799752559_188e8f120a_m.jpg" width="240" height="160" alt="IMG_7523"></a><br /><small>Klas Roggenkamp und ich auf den Barhockern &#8211; Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/martinkoester/with/5799752559/">Martin Köster, Lizenz CC-BY</a></small></div>
<p>Am Sonntag habe ich zusammen mit <a href="http://www.klas-roggenkamp.de/">Klas Roggenkamp</a> etwas angeboten, was aus einer vorabendlichen Biergartendiskussion und der Tatsache, dass unsere &#0187;großen&#0171; Sessions parallel zu einander abliefen, entstanden war. Konkret: <i>&#0187;Die offene Politik und das Geheimnis &#8211; (wie) kann Politik funktionieren, wenn alle alles wissen?&#0171;.</i> Methodisch haben wir uns dazu lose an der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fishbowl">Fishbowl</a> orientiert &#8211; allerdings ohne Innen- und Außenkreise, sondern mit drei Barhockern auf einer kleinen Bühne. Das hat auch ganz gut funktioniert &#8211; jedenfalls kam eine gemeinsame Debatte mit ständig wechselnden AkteurInnen zustande. Mir hat gefallen, dass wir es geschafft haben, damit Leute ins Gespräch zu bringen. </p>
<p>Ohne Anspruch auf eine echte Zusammenfassung würde ich sagen, dass es in diesem Gespräch darum ging, dass Politik besser funktioniert, wenn die Fakten auf den Tisch gelegt werden und die Abläufe, die zu Entscheidungsvorlagen geführt haben, transparent sind. Aber gleichzeitig wurde deutlich, dass Probleme nicht dadurch gelöst werden, dass Fakten auf dem Tisch liegen (vgl. die öffentliche Schlichtung bei Stuttgart 21). </p>
<p>Ich habe dann (ein bisschen für die Kontroverse zugespitzt) die Position vertreten, dass es auch Räume geben muss, in denen Politik (bzw. genauer: Äußerungen von PolitikerInnen) geheim und vertraulich bleiben; durchaus auch mit Blick auf den Koalitionsvertrag. Nicht allein deshalb, weil sonst keine Kuhhändel und Deals möglich wären, sondern vor allem deshalb, weil Reden unter Beobachtung anders funktioniert als Reden im Vertrauten. Wer jedes Wort auf die Goldwaage legen muss, kann nicht gleichzeitig ins Unreine denken. Das aber halte ich für notwendig, um Neues in die Politik zu bringen. </p>
<p>Und dann habe ich noch damit argumentiert, dass es besser ist, umhegte (und auch nachträglich nicht dokumentierte) Räume der Intransparenz zu haben (also Wissen darüber, dass es intransparente Verhandlungen etc. gibt) als dass diese Räume selbst geheim sind. </p>
<p>Könnte alles &#8211; im Zeichen von Post Privacy, Open Data und technischen Transparenzoffensiven &#8211; ganz anders sein? Da wurde natürlich heftigst drum gestritten &#8211; aber letztlich, hatte ich jedenfalls den Eindruck, wurde deutlich, dass sich dafür mehr ändern müsste als nur die Überwachungstechnik für die Politik. Was ist, wenn eine Partei die Anträge der anderen kopiert? Gute Ideen kommen an, oder schlicht Aufmerksamkeitsdiebstahl? </p>
<p>Die zweite Session, die ich gemeinsam mit <a href="http://joergrupp.de/">Jörg Rupp</a> und <a href="http://www.lavinia-steiner.de/?page_id=9">Lavinia Steiner</a> organisiert habe, war als offene Session zum Thema &#0187;Digitale Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg&#0171; angelegt. Und auch das hat gut funktioniert (wenn es mich auch etwas geschockt hat, dass wir dafür den großen Saal zugewiesen bekommen haben). Ich zitiere mal die <a href="http://www.spd.de/profil/3400/blog/irgendwie-bleiern">Kollegen von der SPD</a>:</p>
<blockquote><p>
In einer weiteren Runde fragen Mitarbeiter der Grünen in Baden-Württemberg danach, wie sie die Anliegen und Versprechen der neuen Landesregierung sowie den Wunsch der Bürger nach mehr Beteiligung und Transparenz umsetzen können. Sie suchen konkret nach Input und Werkzeugen für das Netz und zapfen dafür die Teilnehmer des Politcamps an. Sie suchen nach Konzepten und Ideen, zunehmend transparentes Regierungshandeln und partizipative Prozesse zu realisieren. Und sie bekommen viel Input. Mitglieder der Piratenpartei, Grüne, Christdemokratinnen und Christdemokraten sowie SPDlerInnen geben ihre Ideen und Erfahrungen weiter und äußern, dass sie die Entwicklung in Baden-Württemberg mit Spannung beobachten. Nicht zuletzt die Proteste um den geplanten, unterirdischen Stuttgarter Bahnhof haben gerade deutlich gemacht, dass zwischen Politik und Bürger etwas nicht stimmt.
</p></blockquote>
<p>Das mit den &#0187;Mitarbeitern&#0171; stimmt nicht so ganz. Der Rest schon &#8211; wir haben eine ganze Reihe von Ideen mitnehmen können, wie Bürgerbeteiligung digital unterstützt werden kann. Und das wird jetzt auf verschiedenen Wegen in die grüne Arbeit in Baden-Württemberg einfließen.</p>
<p>Für mich die wichtigsten Mitnahmepunkte aus dieser Session: </p>
<ul>
<li>erst die Daten, dann die Beteiligung: Transparenz und Open Data sind die Voraussetzung dafür, dass eine informierte Bürgerbeteiligung sinnvoll ist</li>
<li>dann kann sowas wie <a href="http://www.frankfurt-gestalten.de/">Frankfurt gestalten</a> entstehen &#8211; soweit ich das verstanden habe, ein ehrenamtliches kommunales Kommunikationstool auf der Basis offizieller Infos</li>
<li>betont wurde aber auch, wie wichtig es ist, die Apparate mitzunehmen &#8211; also auch BeamtInnenbeteiligung und SachbearbeiterInnenbeteiligung &#8211; ohne die wird&#8217;s zäh</li>
<li>ein guter Hinweis: ein Tool (auch eines, das im Auftrag einer Regierung entwickelt wird) unter eine Open Source-Lizenz stellen zu lassen, hilft, dieses auch nach Ende einer Regierung noch öffentlich zu halten</li>
<li>last but not least: nur wer Menschen ernst nimmt, kann ernsthaft auf Beteiligung setzen &#8211; sprich: es muss klar sein, was aus Inputs geworden ist, und was umgesetzt wurde/nicht aufgenommen wurde</li>
</ul>
<p>* * *</p>
<p>Sonst ist&#8217;s Show. Damit bin ich wieder am Anfang &#8211; als Ort der Netzwerkpflege war das Politcamp wunderbar. Um Beteiligung zu generieren, die auch einen sichtbaren Effekt hat, hat es sich &#8211; zumindest im vor-organisierten Teil &#8211; nicht geeignet. Ein wenig hatte ich den Eindruck, dass die Organisatoren (OrganisatorInnen?) sich nicht wirklich getraut haben, das umzusetzen, was eigentlich ihre Idee sein müsste. Vielleicht sind&#8217;s auch kulturelle Widerstände. Ein Camp mit mehr Freiraum darf dann auch wenig perfekt sein &#8211; ein Camp, das versucht, die perfekt vermarktete Show zu bieten, wird letztlich auch an diesem Maßstab gemessen. Und der wurde nicht erreicht. Was auch deswegen schade ist, weil da glaube ich ziemlich viel ehrenamtliches Engagement hinter steckt, das in der Hälfte der Zeit aber eher verpufft ist.</p>
<p>Für das Politcamp 2012 wünsche ich mir folglich: Mehr Camp, weniger Show. (Noch) mehr Räume für Spielerisches, Innovatives, Kreatives, Neues. Offenheit auch für &#0187;philosphischere&#0171; Themen. Und wenn es dann noch gelingt, Leute mit viel Wissen und Leute aus der Politik dahin zu bringen (ohne ihnen ein Podium zu bieten) &#8211; dann könnte das eine sehr schöne Tradition werden.</p>
<p><small>* Die Fragen stehen <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/06/06/suche-fragen-zum-politcamp-2011/#comments">hier</a> &#8211; ich glaube, ich habe alle beantwortet. Auch wenn&#8217;s jetzt nicht ganz explizit wurde.</p>
<p>** Irgendwie hatte ich die Idee, dass es möglich sein müsste, in einem 60-Minuten-Slot mal schnell ans andere Ende von Bonn zu fahren, um im Hotel einzuchecken und etwas zu essen. Nachdem das lokale Mittagessen aus in Plastik verpackten Fertigsandwiches a la DB in unvegetarischen Varianten für 3,50 Euro pro Stück bestand, hielt ich das für notwendig. Und habe damit dann gleich zwei Slots verpasst. Selbst schuld.<br />
</small></p>
<img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/pixelstats/trackingpixel.php?post_id=3034&amp;ts=1328390032" style="display:none;" alt="pixelstats trackingpixel"/><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://blog.till-westermayer.de/?flattrss_redirect&amp;id=3034&amp;md5=100b0748cd309a302630e11c43338e3b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.till-westermayer.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Suche: Fragen zum Politcamp 2011</title>
		<link>http://blog.till-westermayer.de/index.php/2011/06/06/suche-fragen-zum-politcamp-2011/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 13:06:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Leute, wir machen das jetzt wie bei Formspring. Zum Politcamp 11 könnte ich ziemlich viel schreiben &#8211; oder auch gar nichts. Zu ganz unterschiedlichen Themen, die was damit zu tun haben &#8211; von der Regenschirmdichte im Unwetter (nahe null) bis zu den Auseinandersetzung mit den hinter Post-Privacy stehenden Utopien. Und über Vorurteile, darüber ganz klar auch. Aber: wir machen das jetzt wie bei Formspring. Konkret soll das heißen: Macht mir &#8211; in Form konkreter Fragen, eine pro Person, hier im Kommentarbereich &#8211; mal &#8217;ne Vorgabe. So bis heute abend. Auf die werde ich dann in einem zweiten Blogeintrag reagieren.</p>
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