Kurz: Teleobiologie

Vor einigen Tagen wurde darüber berichtet, dass in unserer nächsten galaktischen Nachbarschaft der Planet Gliese 832c entdeckt worden ist, der deutlich größer als die Erde ist (fünffache Erdmasse), aber wohl so halbwegs in einer bewohnbaren Zone liegt, und eben auch ein Gesteins-(und-Wasser?)-Planet ist. Super-Erde, heißt das dann.

Gliese 832c liegt nur 16 Lichtjahre von hier entfernt. Oder, anders gesagt, nur rund 150.000.000.000.000 km. Irgendwo las ich, dass die derzeit schnellsten Raumsonden für diese 16 Lichtjahre ein paar tausend Jahre brauchen würden. Nähe ist also doch sehr relativ – und selbst ein hypothetisches Raumfahrzeug, das mit Lichtgeschwindigkeit fliegt, wäre hin und zurück noch mehr als eine Generation unterwegs (muss ja auch beschleunigt und abgebremst werden).

Insofern ist es extrem unwahrscheinlich, dass ein Planet wie Gliese 832c je von Menschen betreten werden wird. Was eher im Raum des Wahrscheinlichen für die nächsten Jahrzehnte liegt, ist der Bau eines extrem hochauflösenden Teleskops, mit dem direkte Aufnahmen dieses Planeten gemacht werden könnten. Spannend finde nun die Frage, was passieren würde, wenn über derartige Aufnahmen (oder andere Methoden) ein eindeutiger Nachweis erbracht würde, dass es auf Gliese 832c intelligentes Leben gibt. Besuche sind unmöglich, Kommunikationssignale brauchen ebenfalls 16 Jahre pro Strecke, Unterhaltungen führen geht also auch nicht so einfach. Was wären die kulturellen Konsequenzen hier auf der Erde, wenn wir ziemlich sicher nachweisen könnten, dass es anderswo im All intelligentes Leben gibt?

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