Monatsarchive: Dezember 2008

Kurz: Solaruni Freiburg!?

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Die auf den Dächern der Universität Freiburg produzierten Solaranlagen haben von August 2006 bis heute dieses Jahr bereits 1 Mio. Kilowattstunden produziert. Das ist gut. Die Freiburger Solaruni-Anlagen werden durch Anteile finanziert, die Mitglieder der Universität erworben haben. Das ist ein gutes Modell (mindestens ebenso gut wie die Tatsache, dass die Leipziger Initiative Uni-Solar, die ähnliches mit studentischen Anteilen macht und dafür kürzlich vom Deutschen Studentenwerk ausgezeichnet worden ist). Ebenso ist es schön, dass Prof. Dr. Franz Daschner dafür einen Umweltpreis erhalten hat.

Es gibt allerdings auch Schattenseiten. Die eine hat mehr was mit persönlicher Eitelkeit zu tun – was vom Rektorat gerne verschwiegen wird, ist nämlich der konzeptuelle Vorlauf, der in studentischen Kreisen (u-asta-Umweltreferat) seit 1997/98 für das Projekt Solar-Uni stattgefunden hat. Die zweite, wichtigere Schattenseite hat GrünesFreiburg kürzlich entdeckt: der Neu-/Umbau der Universitätsbibliothek ist zwar ästhetisch äußerst umstritten, hat aber zumindest ein spannendes Gebäudetechnikkonzept. Die in die Fenster integrierten Solaranlagen (ob thermisch oder Photovoltaik, geht aus dem Bericht bei GrünesFreiburg nicht so klar hervor) fallen jetzt jedoch aus Kostengründen weg. Da endet dann die Ökoexzellenz der vielgepriesenen Solaruni. Schade!

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Kurz: »Green Renaissance« gestartet

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Einige haben es vielleicht schon via Twitter oder Facebook mitgekriegt: es gibt ein neues (noch eines!) Blogprojekt von mir. Unter dem Titel Green Renaissance entsteht ein Gruppenblog von Menschen, die die Aussage »Die Zukunft ist hier, und sie ist grün« richtig finden. Grün meint dabei mehr als die Partei Bündnis 90/Die Grünen – »Green Renaissance« steht also irgendwo zwischen der neuerdings recht großen Zahl von »LOHAS«- oder Nachhaltigkeitsblogs und der politischen Welt.

Bisher haben sich schon eine ganze Reihe Menschen bereit erklärt, bei »Green Renaissance« mitzumachen (die öffentlich sichtbare Liste ist dabei noch nicht vollständig). Da sind ganz unterschiedliche Perspektiven vertreten – und ich bin sehr gespannt, was aus diesem Projekt wird. Wer sich beteiligen möchte – gerne auch in Form von Gastbeiträgen, oder einfach als aktive KommentatorIn – ist dazu herzlich eingeladen. Das Buffett ist eröffnet!

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Photo of the week: A little bit of snow on wood

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A little bit of snow on wood

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Der platte Stolz der Konservativen (Update)

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Christian Ströbele spricht im Deutschlandfunk-Interview vieles aus, was ich mir auch so über Nationalsymbole denke – und bekommt als Antwort einen »Sturm der Entrüstung« aus der nationalkonservativen Ecke, spricht CDU, CSU und FDP. Wie da jetzt angefangen wird, einzufordern, dass Abgeordnete stolz auf ihr Land sein müssten, um politisch agieren zu dürfen, ist schon irgendwie widerlich.

Und eigentlich ist ja mit dem Satz »Ich liebe nicht den Staat, ich liebe meine Frau.« von Gustav Heinemann (Bundesinnenminister, Bundespräsident) auch schon alles gesagt, was dazu zu sagen ist. Solange Staaten keine Einrichtungen sind, in die mehrheitlich bewusst und individuell eingetreten wird – bei freier Auswahl –, sondern von Zufällen der Geburt und des Aufenthaltsortes abhängen, ergibt »Vaterlandsliebe« keinen Sinn. Und selbst dann: Wir leben in einer Gesellschaft, nicht in einer Gemeinschaft.

Buddhist Stupa II
Flaggenalternative

Aber scheinbar wollen die Entrüsteten aus den drei konservativen Parteien nicht verstehen, dass nicht volksgemeinschaftliche Identität die beste Politik hervorbringt, sondern dass es gerade der etwas distanzierte Blick ist, in dem dann auch die Mißstände und braunen Flecken sichtbar, die aus der Wahrnehmung der Konservativen heraus übertüncht erscheinen und damit nicht gesehen werden wollen.

Bisher ist die einzige Bundestagspartei, die die Deutschlandfahne im Logo führt, die Union. Bei der Linkspartei weht die rote Fahne im Logo. Das ist auf einer anderen Ebene auch nicht wirklich viel besser. Grüne haben bisher, wenn überhaupt, eher mit ironischen Verfremdungen gearbeitet – »ohne uns wird alles schwarz-rot-gold«. Das war 1990, und würde heute vielleicht auch bei Bündnis 90/Die Grünen so nicht mehr verwendet. Ich hoffe, dass es dabei bleibt, und dass die Flagge in unserem grünen Wahlkampf weiterhin nur gebrochen und aus Distanz erscheint, Verbürgerlichung hin oder her.

Warum blogge ich das? Weil ich mir weder das Logo meiner Solidargemeinschaft Krankenkasse an die Brust heften will noch glaube, dass wir sowas wie den amerikanischen Umgang mit diesem Symbol hier brauchen.

P.S.: Nebenbei bemerkt: auch für den seltsamen Vorschlag der CDU, die Sprache zum Nationalsymbol und Naturdenkmal zu erklären, steht die 2/3-Mehrheit m.W. bisher noch nicht.

Update: Die Berliner Morgenpost hat ihren Artikel zum Thema mit einer Umfrage verziert.

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Spurensuche nach Gender-Aspekten in einem Forschungsprogramm

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Zoom to the forest floorDie UB Freiburg hat soeben den Arbeitswissenschaftlichen Forschungsbericht Nr. 9 freigeschaltet: »Gender-Aspekte im Forschungsprogramm ›Nachhaltige Waldwirtschaft‹ – eine Spurensuche«.

In diesem kleinen Aufsatz, der ein Nebenprodukt meiner Forschungstätigkeit im Projekt wa‹gen darstellt, berichte ich über die Ergebnisse einer kleinen Befragung im Forschungsprogramm Nachhaltige Waldwirtschaft des BMBF. Ziel der Befragung der einzelnen Projekte in diesem Forschungsprogramm war es, herauszufinden, wie das Querschnittsthema Geschlecht in diesem Programm inhaltlich umgesetzt wurde, und welche Rolle Gender Mainstreaming und Frauenförderung als erklärte Ziele der Forschungspolitik strukturell gespielt haben.

Die Ergebnisse sind so erwartbar wie ernüchtern und unterstreichen die Notwendigkeit einer weiteren Beschäftigung mit der wissenschaftspolitischen Frage nach der Bedeutung von Geschlecht. Dies betrifft sowohl die inhaltliche Ebene wie auch die Frage, wie sich die strukturell unsichere Projektforschung im Forschungsalltag und in den Rahmenbedingungen der Förderer mit politischen Zielsetzungen wie etwa der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder eben auch der klassischen Gleichstellungspolitik zusammenbringen lassen kann.

Ich bin gespannt, ob sich ausgehend von diesem Bericht – der tatsächlich eher Fragen aufwirft als sie zu beantworten – eine Debatte entwickelt und würde mich über Diskussionsbeiträge und Kritik freuen.

Warum blogge ich das? Weil ich das Thema »Geschlecht und Wissenschaftspolitik« wichtig finde.

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