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Das Blog von Till Westermayer – seit 2002

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Archiv: Juni 2007

Einige der Hausarbeiten, die in meinem Studium entstanden sind, liegen nicht nur auf meinem Server, sondern auch bei grin.de. Den Abrechnungen nach zu urteilen werden sie dort allerdings wesentlich seltener gelesen als die Dateien direkt bei mir. Gestern kam nun das Angebot von grin.de, eine dort liegende Hausarbeit als Buch zu veröffentlichen. Wobei Buch etwas übertrieben ist – es geht um etwa 40 Seiten in einer Print-on-Demand-Schriftenreihe beim GRIN-Verlag. Ich habe dann nach den Auswahlkriterien gefragt, und herausgefunden, dass es wohl keine gab (außer der Seitenzahl). Fazit: nö, dann lasse ich die Arbeit lieber frei zugänglich – wer sie lesen und zitieren möchte, ist mit einer URL bei mir auch nicht schlechter dran als mit einer bisher nicht etablierten Buchreihe eines Hausarbeitenvermarkters.

Das ganze möchte ich aber zum Anlass nehmen, auf die 1999 entstandene Arbeit »Werbung & Medien: Ein parasitäres Verhältnis?« einmal an dieser Stelle hinzuweisen. Worum ging es da? Ich habe mir verschiedene Versuche angeschaut, Werbung systemtheoretisch zu fassen. Mein damaliges Ergebnis: Siegfried J. Schmidt betrachtet Werbung als Teilsystem der Wirtschaft, mit Niklas Luhmann kann sie dagegen als Programmbereich des Systems der Massenmedien betrachtet werden. Für beides gibt es gute Gründe, Luhmann passt systematisch eher. Wichtiger als die Teilsystemfrage erscheint die Frage struktureller Kopplungen. Und für das Verhältnis von Werbung und (anderen?) Massenmedien gilt:

»Werbung imitiert die Stile anderer Programmbereiche der Massenmedien und nutzt die von anderen Medien gesammelte Aufmerksamkeit, als Gegenleistung werden Zahlungen an andere Bereiche herangeleitet. Es wurde als ohne weitere Untersuchungen nicht entscheidbar offengelassen, ob dieses Verhältnis eher als parasitär oder eher als symbiotisch beschrieben werden kann. Um dies zu entscheiden, wäre eine detailliertere Betrachtung der Co-Evolution von Werbung und Wirtschaft genauso notwendig wie ein Blick auf die heutige strukurelle Kopplung beider Bereiche.« (Westermayer 1999).

Das ist übrigens nicht die einzige Hausarbeit, die ich zum Thema Werbung verfasst habe – ein Jahr später, also 2000, ging es dann um »Werbung in Theorien globaler Kommunikation – Von den 70er Jahren bis heute«. Hier wird westlich gestaltete Werbung in nicht-westlichen Gesellschaften als Ausgangspunkt für einige Gedanken zur kulturellen Globalisierung, zur Rolle von Massenmedien und zur Geburt von Hybriden gemacht.

Beide Arbeiten gibt es also weiterhin frei und umsonst – wer sich davon anregen lassen möchte, kann dies gerne tun. Was gar nicht geht, ist Copy and Paste – aber ich glaube, dass beide Arbeiten dafür auch etwas zu speziell sind.

Warum blogge ich das? Als Gegenprogramm zur totalen Vermarktung und zum Wissenschaftsmimikry – ich finde es gut, auch im Studium entstandene Arbeiten der Welt zur Verfügung zu stellen – aber die Form »Schriftenreihe« überzeugt mich dafür noch nicht.

Update: Inzwischen sind auch die Hinweismails zu meinen anderen drei bei GRIN eingestellten Arbeiten eingetroffen. Auch da ist mir die Variante, sie frei im Netz zur Verfügung zu stellen, aber lieber, als ein angebliches Buch, dass eh niemand liest und kauft, zu produzieren.

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Na gut, die erste Vorentscheidung der baden-württembergischen Grünen darüber, was die grünen Eckpunkte für ein neues soziales Sicherungsmodell sein soll. Der aus dem Landesvorstand stammende, in der Projektgruppe beratene und heftig diskutierte Antrag dazu kann zum Beispiel hier nachgelesen werden. Ich werde deswegen in Pforzheim beim Landesausschuss (das ist unser kleiner Parteitag, nicht zu verwechseln mit dem bundesweiten Länderrat) sein und dort einige Änderungsanträge einbringen, die der Kreisverband Breisgau-Hochschwarzwald auf seiner letzten Mitgliederversammlung beschlossen hat. Insgesamt geht es darum, deutlicher zu machen, dass eine neue soziale Sicherung nicht einfach nur eine Weiterentwicklung von Hartz-IV sein kann, sondern dass die gesellschaftlichen Entwicklungen (»Sockelarbeitslosigkeit«, »Wissensgesellschaft« usw.) ebenso zu berücksichtigen sind wie die Chancen, die in neuen Modellen der sozialen Sicherung stecken können – insbesondere natürlich im Grundeinkommen. Deswegen stellen wir sowohl Änderungsanträge, die die Kritik an der derzeitigen Praxis deutlicher machen sollen (also z.B. klarstellen, dass Hartz-IV ein Fehler war, und dass Sanktionen als Steuerungsinstrument nicht besonders grün sind), als auch Anträge, die die auch im Eckpunktepapier irgendwie doch noch vorherrschende Zentralität von Erwerbsarbeit wenigstens ein bißchen zu relativieren: mit einem Verweis auf Teilzeitarbeit als Komplement zum Grundeinkommen (also: wer sich mit Grundeinkommen und wenig Dazuverdienst via Teilzeit zufrieden geben will, soll das auch machen können – dazu muss Teilzeitarbeit organisatorisch auch für die Unternehmen erleichtert werden), mit der Forderung, die Anerkennung und gesellschaftliche Teilhabe durch Nichterwerbs-Arbeit zu verbessern, und mit einem Hinweis auf die emanzipatorischen Potenziale einer neuen Form sozialer Sicherung.

Mal schauen, was davon durchkommt. Bei unserm in solchen Fragen doch gerne mal »schwäbisch« geprägten Landesverband, wo das »Schaffe« als Grundwert gilt, bin ich allerdings nur verhalten optimistisch. Wir werden’s sehen.

Warum blogge ich das? Weil ich mir gerade Gedanken über gute Argumente für die Debatte morgen mache.

Update: Leider ist das Eckpunktepapier in der beschlossenen Fassung noch nicht online. Schade, weil das Ergebnis recht erfreulich ist. Eine kurze Übersicht darüber, welche Änderungsanträge wie behandelt wurden habe ich in das Grundsicherungs-Blog gestellt.

Redebeitrag TWUpdate 2: Jetzt ist auch der offizielle Beschluss online, falls jemand das nochmal nachlesen will. Einen kurzen Bericht über die Debatte (und ein paar mehr Fotos von RednerInnen) gibt’s im Grundsicherungs-Blog. Da kann und sollte auch eifrig kommentiert werden. Da ist auch mein Redebeitrag zu finden.

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Lime

Still unsure about Flickr – should I go back to my normal flickr use or not? // Immer noch unsicher, ob ich wie bisher bei Flickr weitermachen will oder nicht.

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Ich werde dem jetzt nicht auf den Grund gehen, und morgen ist sicher wieder alles gut – aber gerade eben kommt bei mir nur noch Content von Seiten aus *.de an (auch nicht von allen, google.de z.B. geht nicht). Deutsche Blogs – kein Problem. Spiegel.de oder heise.de – kein Problem. Aber schon die Werbung bei Heise wird durch Fehlermeldungen ersetzt, mein Wettermännchen (.com) wird nicht geladen, Flickr.com erreiche ich gerade auch nicht, und netzpolitik.org ebenfalls nicht. Ich hoffe, es ist nur ein Schluckauf meines ISPs, oder schlimmstenfalls ein geklautes Unterseekabel oder ein Blitzeinschlag in einen der zentralen Knotenpunkte.

Warum blogge ich das? Weil sich’s ziemlich seltsam anfühlt, wenn das Internet gar nicht mehr international ist.

Update: Nach einigem Hin- und Her war es dann wohl letztlich die Fritz-Box, die mit ihrem DNS nicht mehr klarkam – nach einem Reset (und 3 Euro Telefongebühren für meinen Provider – auf die Lösung hätte ich auch selbst kommen können) geht’s jetzt wieder.

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Ich habe die Flickr-Diskussion zum Anlass genommen, ein paar Gedanken über die Brüchigkeit sozialer Netzwerke und die Konsequenzen der Verwendung von sozialen Netzwerken als Grundlage von Web-2.0-Anwendungen zu machen. Wer das nachlesen möchte, kann es bei Telepolis tun. Mein Fazit: eine (möglicherweise dezentrale), nicht-kommerzielle Lösung, die KonsumentInnen aus den Zwängen befreit, möglicherweise lebenslang bei einem Anbieter zu bleiben, und auch nur dort Kontakte knüpfen zu können, ist dringend notwendig. In der Diskussion im Telepolis-Artikelforum gibt es einige, die meinen, eMail wäre schon längst so eine Metastruktur (andere sehen eh überhaupt kein Problem, weil echte Kontakte gibt es im Netz ja nicht …). Die Web-2.0-Anwendungen werden aber genutzt, weil sie deutlich komfortabler als eMail sind. Was ich meine, wäre ein Tool, dass auch für so »ausgefallene« Dinge wie das gegenseitige Kommentieren von Bildern genutzt werden kann, und eben deutlich komfortabler als eMail ist. Ein paar andere Diskussionsbeiträge (z.B. hier, hier oder hier – oder auch hier im Flickr-Forum) finde ich dagegen richtig spannend. Ich bin sicherlich nicht der erste, der sich über dieses Thema Gedanken macht – aber vielleicht trägt mein Artikel mit dazu bei, dass auch virtuelle Sozialbeziehungen irgendwann nicht mehr vorwiegend ein kommerziell genutztes Gut sind.

Warum blogge ich das? Werbung für den Artikel, das auch, aber vor allem, um nochmal die Punkte festzuhalten, die mir an der Diskussion wichtig sind.

Update: Wie ich eben sehe, gibt es in Against Censorship inzwischen einen Thread zu dem Artikel. Außerdem gab’s in den Telepolis-Kommentaren den Hinweis auf diesen taz-Artikel, der vielleicht eine Lösung für das angesprochene Problem bietet (aus der taz von Montag, die ich Montag wohl nur sehr flüchtig gelesen habe …).

Update 2: Olivia Adler macht sich anlässlich des Artikels einige Gedanken zum Thema »Web 2.0 macht abhängig« im Internet Professional Weblog.

Update 3: Ich sehe gerade, dass eine ganze Reihe weiterer Blogs den Artikel aufgegriffen haben. Intensiver befassen sich damit u.a. Sprechblase (»Kann man die Komponenten Webanwendung und die Community mit dem Sozialen Netzwerk überhaupt voneinander trennen?«), Fehlanzeige (»Ein feiner Artikel – der erste, der sich nicht damit zufrieden gibt, die Tatsachen wiederzukäuen, sondern kritisch analysiert, warum das Ganze solche Ausmaße angenommen hat.« – geschmeicheltfühl) und das agenturblog (»Aus betriebswirtschaftlicher Sicht getrieben vermeiden es alle großen Services diese Daten freizugeben – Ideen und technische Ansätz dafür gibt es aber zuhauf …«). Nur mal so als mögliche Debattenfortsetzung – in diesem Beitrag habe ich nicht vor, bis Update 45 hochzuzählen.

Update 4: Auch beim Schockwellenreiter fand sich ein Eintrag zum Artikel – und der Hinweis auf zuvor schon geäußerte ähnliche Gedanken, die ich aber noch nicht kannte. Gespannt bin ich jedenfalls, was aus der Ankündigung Jörg Kantels wird, ein Tool zu basteln, dass ich Richtung einer Vernetzung privaten Foto-Webspaces geht.

Update 5: Und Spreeblick. Wie ich konnte ich Spreeblick übersehen … Da heißt es: »So richtig spannend wird die soziale Netzabhängigkeit aber sowieso erst, wenn unsere Kinder nur noch online spielen und der Clan auf sie zählt. Jederzeit.« Und ein Kommentator verweist auf das Friend-of-a-Friend-Projekt.

Update 6: Und noch ein Hinweis aus der Spreeblick-Diskussion, nämlich auf Atomique – ein Projekt, um Photogruppen und Diskussionen dazu ohne zentralen Server zu organisieren.

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